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Roland Angenvoort (SPD) ist Bürgermeisterkandidat für Grefrath

Grefrather Roland Angenvoort (SPD) : Er schätzt den dörflichen Zusammenhalt

Der Oedter bekleidet eine führende Position bei der AOK, würde im September aber gern in das Rathaus einziehen.

Anno 1986: Von 260 Bewerbern wurde ganze drei genommen. Einer von ihnen war Roland Angenvoort, so begann seine Karriere bei der AOK vom Sozialversicherungsangestellten zum Leitenden Verwaltungsdirektor. So wohl er sich in seiner aktuellen Position fühlt – im September möchte er gern als Nachfolger von Manfred Lommetz als Bürgermeister ins Rathaus einziehen. „Es ist leichter, mich in meinem Beruf zu ersetzen, als einen guten Bürgermeister zu finden“, sagt Angenvoort.

Er ist in Oedt geboren, er ist Oedter, und er wird es bleiben. Er mag die Natur und den dörflichen Zusammenhalt, niederrheinisch ausgedrückt die „Kumpanei“. Jede drei Wochen geht Angenvoort mit seinem fast 90-jährigen Vater zum Frühschoppen, „und sofort hat man Gesellschaft“. Oedt liege weg vom Lärm der großen Städte, andererseits sei man schnell in einer der umliegenden Großstädte.

Gibt es, wie viele behaupten, eine kulturelle Grenze zwischen Oedt und Grefrath? Für Roland Angenvoort nicht, „das ist für mich nicht nachvollziehbar“. Schon als Kind habe er neben Oedt auch Grefrather und Vinkrather in seinem Freundeskreis gehabt. Auf dem Kempener Gymnasium Thomaeum, dem ab Klasse 11 die Höhere Handelsschule folgte, habe da eh niemand differenziert.

Oedt war jedoch als Schauplatz seiner ersten Zigarette auserkoren, und keineswegs zufällig an der Burg Uda. Das alte Gemäuer mit seinem Umfeld war damals ein riesiger Abenteuerspielplatz. Auf den Wiesen konnte man wunderbar Schlittschuh laufen. Gleich in der Nähe war der Kirmesplatz, hier lernte Roland Angenvoort 1983 seine spätere Frau kennen. Sie haben zwei Kinder, 26 und 25 Jahre alt. „Meine ganze Karriere beruht auf dem Fundament meiner Familie“, sagt Angenvoort dankbar.

Wie kam er mit der Politik in Berührung? „Schuld“ war sein Lehrer Hans-Willi Bauten, der auch heute noch für die SPD im Grefrather Gemeinderat sitzt. „Wir sind ins Gespräch gekommen. Ich war sehr interessiert und bin schließlich Mitglied der SPD geworden.“ Er sei, fügt Angenvoort hinzu, ein großer Bewunderer von Helmut Schmidt. 1997 sei er für den verstorbenen Dieter Auerbach in den Rat gerutscht und habe später sogar das Direktmandat geholt – eines der wenigen für die Sozialdemokraten. „Politik ist Bürgerpflicht“, sagt Angenvoort, „Demokratie funktioniert nicht, wenn man nur Zuschauer ist.“

Und er engagiert sich, aktuell unter anderem als stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Schulausschusses, obwohl er im Beruf sehr eingespannt ist. „Ich organisiere die Zusammenarbeit und setze Menschen gezielt ein. Das ist Management.“ Als Leiter des AOK-Bildungszentrums in Grevenbroich sind nach 30 Jahren nicht mehr die Versicherten die Kunden, sondern die Mitarbeiter.

Seine Freunde kommen zu kurz, dessen ist sich Roland Angenvoort bewusst. Gute Kumpels trifft er bei Spielen seines Lieblingsvereins Borussia Mönchengladbach, oft ist er auch auswärts mit von der Partie. Er liest gern und freut sich stets über gute Ratschläge des Buchhändlers Karl Groß. „Es gibt keinen Tag, an dem ich kein Buch in die Hand nehmen“, sagt Angenvoort. Das Phänomen beim Bücherkauf: Er betritt die Buchhandlung mit ganz bestimmten Vorstellungen, kauft aber letztendlich auf Anraten von Buchhändler Groß ganz andere Bücher. Bereut hat er es bislang nicht.

Zur großen Freude seiner Familie grillt er an warmen Sommerabenden gern und gut, betreibt Kneipensport wie Kicker und Billard oder quatscht ganz einfach gern bei einem guten Glas Wein. Der Sport kommt auch nicht zu kurz: Roland Angenvoort joggt gern, hat früher sogar Halbmarathons absolviert.