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Gemeinde Grefrath: Rokal TT: Briefmarken für die Eisenbahn

Gemeinde Grefrath : Rokal TT: Briefmarken für die Eisenbahn

Wie groß die Gemeinde der Rokal-TT-Liebhaber ist, zeigte sich bei der Tauschbörse im Freilichtmuseum in Grefrath. In der Dorenburg herrschte gestern ein ständiges Kommen und Gehen. Einige Gäste kamen aus den Niederlanden.

"So sieht ein guter Nachguss aus", bemerkt Ralf Gregorczyk. Dabei zieht der Lüdenscheider vorsichtig einen, in mehrere Lagen Küchenrollenpapier eingewickelten kleinen Gegenstand aus einer Kunststoffverpackung. Zum Vorschein kommt ein Unterbau eines Güterwagons.

Fachmännisch begutachtet Manfred Bott den Unterbau. Ein anerkennendes Nicken folgt. "Bei den Unterbauten brechen schnell die Trittbretter ab. Wenn man aber ein schönes Oberteil hat, möchte man auch ein ebenso schönes Unterteil haben und daran kommt man langsam aber sicher nicht mehr ganz so leicht", sagt Walter Brandt vom benachbarten Stand.

 Im Vortragssaal der Grefrather Dorenburg herrschte gestern großes Interesse der Sammler der kleinen Rokal-TT-Eisenbahnen. Die Tauschbörse hatte der Stammtisch der TT-Rokal-Freunde aus Lobberich organisiert.
Im Vortragssaal der Grefrather Dorenburg herrschte gestern großes Interesse der Sammler der kleinen Rokal-TT-Eisenbahnen. Die Tauschbörse hatte der Stammtisch der TT-Rokal-Freunde aus Lobberich organisiert. Foto: Kaiser

Schnell stecken die drei Männer in einem angeregten Gespräch und tauschen ihre Erfahrungen aus. Und die drehen sich allesamt um ihr liebstes Hobby, die Modelleisenbahnen der Spur TT von Rokal.

Was das Lobbericher Unternehmen Rokal von 1948 bis 1970 an Modelleisenbahnen produzierte, lässt seit Jahren die Herzen von Sammlern höher schlagen. Regelmäßig kommt es so im Niederrheinischen Freilichtmuseum zu Verkaufs- und Tauschbörsen, die der Stammtisch der TT-Rokal-Freunde Lobberich ausrichtet.

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Die Eisenbahnliebhaber tauschen sich untereinander aus und sind immer auf der Suche, was sie für ihre eigene Anlage noch gebrauchen können. Wobei einzelne Teile heiß begehrt sind, immerhin werden sie nicht mehr gebaut.

Und so ist der Nachguss von Verschleißteilen, die derzeit aus der Ukraine kommen, auch ein interessantes Thema. "Eigentlich ist mein Mann der Rokal-Begeisterte. Aber ich gehe gerne mit und ein bisschen kenne ich mich auch schon aus. Voriges Jahr habe ich so eine schöne Lok entdeckt, die mein Mann direkt gekauft hat", verrät Renate Okolowitz mit einem Schmunzeln. Es sei einfach ansteckend, ergänzt Tochter Vanessa, die nicht weniger interessiert an den Ständen im Vortragssaal der Dorenburg entlang schlendert.

Besucher drängen sich in dem großen Raum, Augen schweifen über die Angebote in Vitrinen und Kisten, in denen sich Loks, Anhänger, ganze Sets, Gleise und Ersatzteile befinden. Wer seine Neuerwerbung ausprobieren möchte, kann dies auf der aufgebauten Modellplatte tun.

Auch die umgebauten Beleuchtungssets von Ralf Nolde stoßen auf großes Interesse. "Die Sets sind für Personenwagen gedacht und leuchten im Gegensatz zu den alten Modellen, die in dem Moment, wo es keine Spannung mehr gibt, ausgehen, noch rund eine Minute nach", erklärt Ralf Nolde.

Dessen Sohn Richard hat einen Zubehörkatalog in Form einer CD zusammengestellt. Neugierige Blicke fallen auch auf das Briefmarkenset zu den Rokal-TT-Bahnen. Es ist erst am Vortag herausgekommen. "Wir wollen bei der Börse einmal schauen, wie groß das Interesse an den Briefmarken ist, die es derzeit als Musterbogen gibt", sagt Ralf Nolde.

Aber nicht nur im Vortragssaal steht die Eisenbahn im Mittelpunkt. Auch im museumspädagogischen Raum dreht sich alles um die Züge in Miniaturformat, wobei hier insbesondere die Kinder gefragt sind. Karl-Heinz Gössler, der die große Eisenbahnanlage des Museums mitbetreut, lädt zum Basteln und Zugfahren ein.

"Wir bauen heute Bausätze zusammen, die für die Anlage im Spielzeugmuseum bestimmt sind, wo es ja einen Wasserschaden gab", berichtet Gössler. Wer also mit Hand anlegt, kann später berichten, dass er oder sie am Wiederaufbau der Eisenbahnanlage des Museums beteiligt war.

(tref)