Stadt Kempen: Richtkranz am neuen Logistikzentrum

Stadt Kempen : Richtkranz am neuen Logistikzentrum

Bei "Garbe Industrial Real Estate" wurde gestern gefeiert. Das Gebäude soll bereits im Januar fertig sein. Wer als Mieter einzieht, steht noch nicht fest. Bürgermeister Volker Rübo hofft auf neue Arbeitsplätze.

Jan Dietrich Hempel ließ sich nicht in die Karten schauen. Der Geschäftsführer des Hamburger Projektentwicklers "Garbe Industrial Real Estate" will noch nicht verraten, wer wahrscheinlich schon im Januar 2018 in das neue Logistikzentrum am Industriering Ost 93 als Mieter einziehen wird, ob es ein Mieter ist oder sogar zwei. "Die Entscheidung fällt in den nächsten Wochen, wir sind mit mehreren Interessenten in Verhandlung, ich bin sehr zuversichtlich", sagte der Geschäftsführer. Gestern war Richtfest.

"Ich gehe schon davon aus, dass der eine oder andere Euro an Gewerbesteuer dann in die Stadtkasse fließen wird und dass dort hoffentlich viele Arbeitsplätze entstehen", äußerte gut gelaunt Kempens Bürgermeister Volker Rübo. Kurz danach sprach Polier Johannes Rossmann von der Bauunternehmung Köster den Richtspruch. Und da dort nur ein Flachdach installiert wird, stand Rossmann am Fenster eines Büros, das im ersten Stock entsteht. Der Projektentwickler setzt Wünsche von Anlegern, die ihr Kapital arbeiten lassen, in die Tat um. "Dies können Ärzte, Rechtsanwälte, Versicherungen oder Pensionskassen sein", erklärt Hempel. Es geht in diesem Fall um ein Fondvolumen von rund 400 Millionen Euro. Von daher sind die Investitionen am Kempener Standort von rund 28 Millionen wohl so etwas wie "Peanuts". Jedenfalls hat Garbe mit dem Geld ein 92.500 Quadratmeter großes Grundstück erworben, mit dem Areal und der benachbarten Halle, die der Dienstleister "Clipper Logistics" seit längerem nutzt.

So soll das neue Logistikzentrum am Industriering Ost einmal aussehen. Im Januar 2018 soll es schon fertig sein. Foto: garbe

Derzeit wird dort direkt neben "Clipper Logistics" eine neue Halle gebaut, knapp 21.500 Quadratmeter groß. Sie lässt sich in zwei gleich große Abschnitte unterteilen. Weitere 530 Quadratmeter kommen durch Büros und Sozialflächen dazu. Damit Lastwagen dort zur Be- und Entladung andocken können, wird die Immobilie noch mit 22 Toren ausgestattet, darunter zwei "Jumbo-Tore".

"Dies ist ein spekulatives Vorhaben", erklärt Hempel, dass diesmal im Vorfeld feste Mietzusagen nicht vorlagen. Aber wegen der guten Standortfaktoren in Kempen werde es keinen Flop geben, ist der Projektentwickler überzeugt. Erst im Juni war mit dem Hallenbau begonnen wurden.

"Hier entstehen zwei Großbaustellen, die für Kempen ein Gewicht haben dürften", schloss Rübo den neuen Firmensitz von Hefe van Haag mit ein, der derzeit nur wenige hundert Meter davon entfernt entsteht. Rübo erinnerte daran, dass die Stadt das große Areal vor fast genau 30 Jahren an die Gebrüder Münstermann verkauft hatte. Dort war zunächst eine große Versorgungseinheit für die Britische Rheinarmee, mit Offizierscasino und großer Kantine.

Dort arbeiteten damals bis zu 300 Deutsche und Briten. Die Waren aus Großbritannien, von Chips bis zum Whiskey, kamen in Kempen an und wurde auf die Kasernen, Clubs oder Supermärkte verteilt. 1997 kam dann das Aus, etwa ein Jahr später zogen andere Unternehmen und Speditionen ein, von Kempen wurden unter anderem die Filialen von "WalMart" beliefert.

Auch dies war nur von relativ kurzer Dauer. Nach einem mehrjährigen "Dornröschenschlaf" siedelte sich dann 2011 die Krefelder Spedition Geist dort an, die später mit der englischen Clipper Logistics Group zusammenging. Gut unterrichtete Kreise können sich vorstellen, dass da ein amerikanisches Kurierunternehmungen einzieht. Spätestens im Dezember soll die neue Halle am Industriering Ost dann bezugsfertig sein.

(wsc)