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Rhein-Maas-Berufskolleg ist jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ : Schüler des Berufskollegs in Kempen kämpfen gegen Diskriminierung

Das Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen trägt seit dieser Woche den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Was das bedeutet.

„Es ist das wichtigste Thema, das es in der Schule gibt“, sagt Fynn. Damit bringt der 17-jährige Schüler des Rhein-Maas-Berufskollegs zum Ausdruck, was für ihn der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bedeutet, den das Berufskolleg seit dieser Woche trägt.

Man erlebe Diskriminierung überall im Alltag und wisse oft nicht, wie man sich verhalten solle – wie bei Mobbing in der Schule, sagt die gleichaltrige Angelina. Jane sagt: „Diskriminierung macht Angst. Ich habe es selbst schon erlebt, als ich ein Kleid trug und auf junge Männer einer anderen Religion traf. Ich wurde so merkwürdig angeschaut, dass ich mich unwohl fühlte und die Straßenseite gewechselt habe. Ich akzeptiere deren Anderssein, aber nicht deren Verhalten.“ Auch Emilia hat schon Situationen der Ausgrenzung erfahren, die sie als sehr unangenehm empfand. Sich über niemanden lustig machen und lachen, sondern vielmehr schauen, wo man helfen könne, ist daher die Devise der 17-jährigen Schülerin.

Dieses Thema hat das Berufskolleg in die Schulagenda aufgenommen. Vor mehr als anderthalb Jahren begannen die Schüler der Einrichtung, erste Unterschriften gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zu sammeln. Die Pandemie erschwerte ihr Bemühen, aber letztlich schaffte es die Schule, die benötigte 70-Prozent-Marke für den Erhalt der Auszeichnung zu knacken: Mehr als 80 Prozent der Schüler unterschrieben und erklärten damit, dass sich das Rhein-Maas-Berufskolleg aktiv gegen Diskriminierung aller Art und insbesondere gegen Rassismus einsetzen will.

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Es sind bereits Kleinigkeiten, denen kein Raum gegeben werden soll. „Ich habe Mobbing erfahren, weil ich etwas kräftiger gebaut bin. Mobbing findet schon da statt, wenn man nicht so ist wie alle anderen. Für mich persönlich ist es wichtig, dass jeder Mensch so akzeptiert wird, wie er ist“, sagt Schulsprecherin Corradina Marregiato (23).

Bei der Überreichung der Auszeichnung durch Landrat Andreas Coenen (CDU) lobt Schulleiterin Elke Terbeck ihre Schüler: „Das ist eine starke Leistung und erfüllt mich mit Stolz.“ Kollege Antonio Liepold erinnert an die Vielzahl von Aktionen zu den Themen Menschenrechte, Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus sowie Arbeit gegen Rassismus und Antisemitismus, die am Berufskolleg bereits umgesetzt wurden; etwa Gedenkstättenfahrten nach Berlin mit Besuchen im KZ Sachsenhausen, dem Holocaustmahnmal und dem Stasigefängnis Hohenschönhausen.

„Mit der Ausstellung ,Jüdische Nachbarn’ steht im Herbst bereits das nächste Projekt an“, sagt Liepold. Das Rhein-Maas-Berufskolleg ist die erste Schule in Kempen, die sich dem bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angeschlossen hat. Im Kreis Viersen ist es die achte Schule. Der Landrat hat die Schulpatenschaft für das Projekt am Berufskolleg übernommen.