Kempen Retter gehen durchs Feuer

Kempen · Bei ihrem Neujahrsempfang hat die CDU der Stadt Kempen das Thema Sicherheit in den Blickpunkt gerückt. Der Leiter der Gesamtwehr, Franz-Heiner Jansen, brachte den 300 Gästen die Helfer und ihre gefährliche Arbeit näher.

 Gute Laune beim CDU-Neujahrsempfang: Im Kolpinghaus begrüßen (v.l.) Fraktionschef Wilfried Bogedain, Parteichefin Eva Theuerkauf und Bürgermeister Volker Rübo (r.) den Gastredner, Wehrführer Franz-Heiner Jansen.

Gute Laune beim CDU-Neujahrsempfang: Im Kolpinghaus begrüßen (v.l.) Fraktionschef Wilfried Bogedain, Parteichefin Eva Theuerkauf und Bürgermeister Volker Rübo (r.) den Gastredner, Wehrführer Franz-Heiner Jansen.

Foto: achim Hüskes

Wehrführer Franz-Heiner Jansen nahm die Zuhörer, darunter eingeladene Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Ärzteschaft, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk, Malteser, auf eine nächtliche Einsatzfahrt mit. Tief in der Nacht der Alarm: "Einsatz für den Löschzug Kempen — Zimmerbrand, Menschenleben in Gefahr".

Höchstens acht Minuten, die gesetzliche Hilfsfrist, hat nun der Feuerwehrmann, um aus dem Bett bis zum Unglücksort zu gelangen. Packend schildert Jansen alle Widrigkeiten und Hindernisse, um dann doch in drei Minuten das Gerätehaus als erste Etappe zu erreichen.

Währenddessen ist Kevin im brennenden Dachgeschoss des elterlichen Hauses im Rauch bewusstlos geworden: Der Junge hatte unbeobachtet mit einem Feuerzeug gespielt. Erst war der Teddy, dann das Zimmer in Brand geraten. Und nun schwebt Kevin, ein fiktiver Junge in einem wirklich so ähnlich passierten Brand, in Lebensgefahr.

Ausgebremste Feuerwehr

Die Einsatzfahrzeuge sind jetzt unterwegs, mehrfach ausgebremst von falsch parkenden Autos oder Engstellen zur Verkehrsberuhigung. Zum Glück sperren keine Poller die Wohnsiedlung ab. Jansen erinnert: "Acht Minuten stehen im Raum, wenn Kevin überleben soll."

Am Brandort muss der Einsatzleiter trotz des Zeitdrucks, trotz der prasselnden Flammen, trotz panischer Eltern die Ruhe bewahren, möglichst alles bedenken und die richtigen Befehle geben: "Angriffs-trupp zur Menschenrettung unter Atemschutz ins Haus!" Jansen: "Es ist unser Alltag, dass wir da rein laufen, wo andere raus rennen."

Kevin wird schließlich gerettet — und Jansen wirbt um Verständnis: "Dieser enorme psychische Druck macht es nicht immer einfacher, alles richtig und mit Ruhe und Gelassenheit zu tun." Jansen bekam großen Beifall, und am Ende spendeten die Gäste 1200 Euro für die Jugendfeuerwehr.

Zu Beginn hatte die Kempener CDU-Vorsitzende Eva Theuerkauf an "ein Jahr der weitreichenden Entscheidungen" erinnert. Erstens an den "überraschenden, aber durchaus vertretbaren Meinungswechsel" in der CDU zum Ausstieg aus der Atomenergie nach der japanischen Naturkatastrophe.

Sie hob hervor, dass die Kempener Stadtwerke aktuell die Hälfte des Stroms selbst zu erschwinglichen Preisen produzieren. Zweitens blickte sie auf die Euro-, richtiger: Schuldenkrise. Auch die Stadt Kempen drücke eine Verschuldung von 46 Millionen Euro.

Obwohl es unpopulär sei, sehe sich die CDU in der Verantwortung zu sparen. Und drittens meinte Theuerkauf zu Bundespräsident Christian Wulff und sein Kreditgebaren: "Das war ein Fehler, aber er hat ihn eingeräumt. Das zeigt Größe und überzeugt."

Ratsfraktionschef Wilfried Bogedain bekräftigte, dass die CDU für Bodenhaftung und nicht für leichtfertige Entscheidungen stehe. 2012 rücke sie die Sorge für alte Bürger, ihre sichere Bleibe in der gewohnten Umgebung in den Vordergrund. "Da müssen wir handeln, auch in den Ortsteilen." Frage des Tages

(RP)
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