Restaurantipp: et kemp'sche huus in Kempen

Serie: Restauranttipp : Willis Wohnzimmer

„et kemp’sche huus“: Gut essen im historischen Ambiente.

„Wer Hummer will, bekommt Hummer. Wer eine Frikadelle will, bekommt eine Frikadelle.“ So einfach ist die Botschaft von Willi Hirschmann. Der 64-Jährige betreibt seit Herbst 2018 das „kemp’sche huus“ im Herzen der Kempener Altstadt. Der Moerser weiß nach 30 Jahren Gastronomie-Erfahrung, dass sich ein Restaurant wie das „kemp’sche huus“ breiter aufstellen muss, als dies noch zu den Hochzeiten der Nouvelle Cuisine der Fall war. „Wir bieten regionale, saisonale, frische Küche zu fairen Preisen“, sagt Hirschmann.

Bis Herbst 2018 hat sein Sohn Florian, ein 1a-Koch, das gastliche Haus wieder zu einer der Top-Adressen auf dem niederrheinischen Feinschmecker-Terrain gemacht. Hirschmann Senior hat zu der Genuss-Note, die die Küche auch nach dem Weggang des Junior bietet, nun auch die bürgerliche Karte gezogen. „Ein gutes Beispiel ist das Wiener Schnitzel“, sagt Willi Hirschmann. Das gibt es als Original vom Kalbsfleisch in der gehobenen Kategorie, aber auch eine Etage tiefer in der leichten Küche als „Wiener Art“ vom Schwein. Beides ist beliebt bei den Gästen, letzteres besonders im schnellen Mittagstisch.

Auf sein Lieblingsgericht angesprochen, verweist Willi Hirschmann auf das Schweinefilet in Pernod-Pfeffersauce mit Rosmarinkartoffel und winterlichem Gemüse. Aber auch das Saltimbocca vom Zanderfilet auf Prosecco-Rahmkraut oder die Crème brûlée von Tonkabohnen mit Vanilleeis ist in Hirschmanns Haus gefragt.

Lecker essen ist das eine, das historische Ambiente ist das andere, weswegen die Gäste das „kemp’sche huus“ betreten. Das Prädikat „Wohnzimmer Kempens“ ist gesetzt. Eines der markantesten Fachwerkhäuser am Niederrhein ist vor 400 Jahren 50 Meter vom heutigen Standort als Haus Pielen an der Kuhstraße errichtet worden. Mit seiner hohen Fensterfront und den schmucken Andreas-Kreuzen ist das Gebäude ein selten schönes Beispiel niederrheinischer Fachwerkkunst. 1979 wurde das Haus im Zuge der Umgestaltung der Kempener Altstadt von seinem damaligen Standort zur Neustraße 31, dem heutigen Sitz, versetzt. 1980 wurde das Restaurant unter dem Etikett „et kemp’sche huus“ eröffnet.

Das Restaurant in der Kempener Altstadt besticht durch die besondere Atmosphäre des Fachwerks. Foto: Axel Küppers
Willi Hirschmann ist seit Herbst 2018 Chef im „kemp‘sche huus“. Foto: Axel Küppers

Willi Hirschmann und seine Partnerin Brigitte Adams kochen nicht nur gerne. Sie suchen auch das Gespräch mit den Gästen und sind immer offen für Anregungen. Ja, es menschelt im Restaurant: Ist der Teller zu kalt, das Steak zu blutig oder der Primitivo zwei Grad zu warm, dann setzt sich Willi Hirschmann gerne mit an den Tisch, holt sich einen Espresso, berichtet von den Herausforderungen des Gastro-Gewerbes und plaudert vom „Huus“, von niederrheinischer Heimat und der Hoffnung, irgendwann in seinem Leben einmal das perfekte Gasthaus zu haben. Im „kemp’sche huus“ ist er schon ganz nah dran.