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Rene Heesen aus Kempen will das Direktmandat für die Grünen holen

Bundestagswahl im Kreis Viersen : Rene Heesen will das Direktmandat holen

Rene Heesen ist von den Grünen als Direktkandidat für den Bundestag nominiert worden. Warum er Hoffnung hat, in den Bundestag zu ziehen.

Der Kempener Rene Heesen bewirbt sich für den Bundestag. Nach der Wahl am 26. September möchte er den Kreis Viersen in Berlin vertreten. In einem eigens für die Bewerbung produzierten Video will er seine Positionen deutlich machen. Freundliche Gesichter, lachende Menschen, neugierige Kinder, herrliche Landschaften – mittendrin Rene Heesen als Zuhörer und als Redner. Zu viel Klischee? Nein, für ihn sei es Leidenschaft. „Wir wollten gerade Klischees brechen“, sagt er. Und: „Ich werde das Bestmögliche für die Menschen im Kreis Viersen herausholen – das ist meine Motivation für meine Kandidatur zum Deutschen Bundestag.“

Seine konkreten Forderungen: eine Investitionsoffensive für den ÖPNV, den Erhalt und Ausbau von Schienen, Straßen und Radwegen, bessere Funknetze und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. „Wir müssen die Wirtschaft ökologisch umgestalten, um Arbeitsplätze in Handwerk, Handel und Industrie zu sichern“, sagt Heesen. Doch im Video schwingt noch weit mehr mit. Einsetzen wolle er sich für Natur und Landschaft, beides präge schließlich den Kreis Viersen. Für die Handwerker und „Malocher“, und diejenigen, die den „Laden“ tagtäglich am Laufen hielten – und für die zukünftigen Generationen. Dabei spiele Verlässlichkeit eine große Rolle. Man müsse schließlich wissen, was man in zehn oder 15 Jahren erwarten könne.

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Heesen wurde 1992 in Kempen geboren. Er sagt von sich selbst, er kenne den Kreis Viersen wie seine Westentasche. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Industriemechaniker, fand Anstellung in der Modernisierungsabteilung eines Montan-Maschinenbauers, war vor allem auf Großbaustellen tätig. Seit 2018 ist er als Büroleiter für den Bundestagsabgeordneten Kai Gehring beschäftigt. Klar, Politik habe ihn schon in seiner Jugend beschäftigt. Folgerichtig trat er 2009, gerade einmal 16 Jahre jung, den Grünen bei. Seit den Wahlen 2014 ist Rene Heesen stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag und auch engagiert er sich in gleicher Position im Kempener Stadtrat. Seine Kernkompetenzen lägen in den Bereichen Finanzen, Personal sowie Sicherheit und Ordnung, schreibt er auf seiner Internetseite.

Sein Tag beginnt Heesen mit einem Ritual. Wenn morgens kurz vor sechs Uhr der Wecker klingelt, genießt er den anschließenden Kaffee, möglichst an der frischen Luft, macht sich vielleicht auf den Weg zu einem kurzen Spaziergang. Ohne Blick aufs Handy oder ins Internet. Dann beginnt der Arbeitstag – ein Job, für den Idealismus für die grüne Sache unabdingbar ist. Sitzungen, Ausschüsse, Außentermine, Mails, Telefon. Auch die Arbeit für den Kreistag und den Kempener Stadtrat fordert Zeit und Engagement. „Das ist für viele nicht sichtbar, aber auch hier wird gearbeitet.“ Auch ein Kommunalparlament sei ein Arbeitsparlament, wobei das meiste in den Ausschüssen erledigt werde.

Teamarbeit stehe im Vordergrund, „auf den Einzelnen wartet in Berlin keiner“. Durch seine Tätigkeit für Kai Gehring MdB kennt er den „großen, politischen Betrieb“ sehr gut. Und weiß damit auch um die Schwierigkeit, unterschiedliche Positionen innerhalb einer Partei den Wähler erklären zu müssen. „Grundsätzlich entscheidet jeder Politiker, jede Politikerin, nach seinem oder ihrem Gewissen. Wenn ein Beschluss gegen die Interessen des Kreises Viersen gefasst werden soll, werde ich nicht zustimmen.“ Was bringt eine Maut für die grenznahen Kommunen im Kreis Viersen? Wie wirkt sich die Abschaltung der Sümpfungspumpen an den hiesigen Braunkohletagewerken in wasser-technischer Hinsicht auf den Kreis Viersen aus? Und das Thema offene Grenzen: „Ich kenne keinen Schlagbaum, ich fahre nicht in die Niederlande, ich fahre nach Roermond oder Venlo“, sagt Heesen.

Die NRW-Grünen positionierten Rene Heesen auf Listenplatz 30. Falls er nicht das Direktmandat für den Kreis Viersen holt, muss er auf ein sehr gutes Ergebnis der Grünen in NRW zählen, um in den Bundestag einziehen zu können. „Unwahrscheinlich ist ein Mandat über den Listenplatz nicht“, sagt Heesen, „aber mein Ziel ist, das Direktmandat für den Kreis Viersen zu holen.“ Träumt er des Nachts davon? „Nein, ich kann mich an meine nächtlichen Träume nicht erinnern.“ Was er weiß: Betrachte man den Bundesschnitt der Grünen, dann liege der Trend im Kreis Viersen sogar etwas darüber. „Ich habe mich für die Grünen entschieden, weil ich glaube, dass es die beste Wahl hier vor Ort ist“, sagt Heesen. Der Kreis Viersen sei seine Heimat, egal ob Niederkrüchten oder Tönisberg.

(ure)