Gemeinde Grefrath: Renaissance des Sitzungskarnevals an der Niers

Gemeinde Grefrath : Renaissance des Sitzungskarnevals an der Niers

Vier Oedter Vereine organisierten närrische Veranstaltung in der Albert-Mooren-Halle.

Was für eine Renaissance am Samstagabend in der Albert-Mooren-Halle: Dort, wo einst mehr als fünf Jahrzehnte die Oedter Kolpingfamilie zur Karnevalszeit den närrischen Ton angab, war am Samstag der rote Teppich ausgelegt für gut 300 kostümierten Narren, die einfach nur begeistert waren und die vierstündige Sitzung in vollen Zügen genossen. Eine Karnevalssitzung, die es in dieser Qualität auf der Bühne der Mooren-Halle noch nicht gegeben hat - eine Veranstaltung, die dem Karneval an der Niers gut tut. Da war auch der dem Brauchtum stets sehr aufgeschlossene Bürgermeister Manfred Lommetz begeistert, spendete immer wieder Beifall. Darauf kann Hallenwirt Christian Karpenkiel mit den vier Vereinen (Vitusschützen, Kolping Oedt, Borussia Oedt und Feuerwehr Löschzug Oedt) ganz sicher aufbauen.

Diese vier Vereine sind nicht nur Träger des Karnevalsballes am kommenden Nelkensamstag, sondern sie zeichneten am Samstagabend auch für den Elferrat verantwortlich. Gekonnt war die Präsidentschaft von Helmut Reinke im Elferrat. Einladend dekoriert waren Saal und Bühne. Stimmungsvoll und beifallsfreudig war das Publikum. Das Programm hatte viele Höhepunkte. Gleichwohl ragte eine Darbietung dabei heraus. Es war gegen 22.30 Uhr, als die High-Energy-Showtanztruppe in atemberaubenden Kostümen und mit ganz viel Beifall bedacht die Bühne betrat und 25 Minuten lang für ein tänzerisches Feuerwerk auf der Bühne sorgte mit klassischen Pyramiden und Hebefiguren, mit artistischen Einlagen und tänzerischer Eleganz. Der fünffache Deutsche Meister aus Euskirchen durfte erst nach drei Zugaben und stehenden Ovationen Bühne und Saal verlassen.

Jung, hübsch, auf die Besucher zugehend und mit "eigenem Flugzeug" auf dem Niershorst gelandet präsentierte sich "Stewardess Marina" als neuer Stern am Narrenhimmel. Die "fliegende Holländerin", wie sie auch genannt wird, machte den Saal zu einem "närrischen Passagierraum einer Boeing 747" und servierte sogleich statt Getränken und Häppchen einen turbulenten und unterhaltsamen Start. Sie ging unter die Zuschauer, fand Anklang und setzte närrische Pointen gleich im halben Dutzend. Rudi Wilmen, gebürtiger Kempener, jetzt in Nettetal lebend, sorgte mit seinen "Fründen" mit Musik und Gesang für beste Unterhaltung.

Fast 80 Jahre alt ist die Tanzgarde Blau und Weiß der Karnevalsgesellschaft "Fidele Heide", die aus Lobberich über den Berg nach Oedt gekommen war. Die Tänzerinnen und Tänzer präsentierten sich als wahrlich stattliche Garde unter dem Kommando von Willibald Antwerpen in originelllen fiderizianischen Uniformen. Frank Bühler aus Viersen, seit mehr als drei Jahrzehnten Rintger Buur und in der fünften Jahreszeit als "Müllmann" in ganz NRW auf Tour, hatte vorausschauend seine weiße Tonne für Schnee mit auf die Bühne gebracht. Zum Einsatz kam sie jedoch nicht, denn das Dach ist der Halle ist wieder dicht.

(mab)
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