Stadt Kempen: Rauchmelder: Kleine, laute Lebensretter

Stadt Kempen : Rauchmelder: Kleine, laute Lebensretter

Ab April 2013 werden Rauchmelder in Neubauten Pflicht. Auch Kohlenmonoxidmelder können Leben retten, sagt die Kempener Wehr.

Die Zahl erschreckt. Auf Bundesebene gab es im vergangenen Jahr über 500 Brandtote. Rund 90 Prozent von ihnen starben dabei nicht in den Flammen, sondern an einer Rauchvergiftung und das zumeist nachts. Die Menschen erstickten im Schlaf. Das heißt, sie könnten noch leben, wenn in ihren Wohnungen bzw. Häusern Rauchmelder installiert gewesen wären, die sie mit ihrem schrillen Warnton geweckt hätten. "Der Rauchmelder warnt, wie es der Name schon sagt, wenn es in einem Raum qualmt. Er gibt einen Alarmton über 85 Dezibel ab", erklärt Franz Heiner Jansen, Leiter der Feuerwehr Kempen.

Rauchmelder sollten in den Räumen, in denen geschlafen wird, installiert werden. Also Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmer. Dazu sollte sich ein weiterer Melder im oberen Flur befinden, den Rauch zieht bekanntlich nach oben. Eine Installation empfiehlt sich auch da, wo hohe Brandlasten sind. Also Räume mit viel Elektrizität in Form vom Sicherungskasten, der Waschmaschine, Kühltruhe oder dem Wäschetrockner. In der Küche sollte ein solches Gerät dagegen nicht angebracht werden. Beim Kochen entstehender Qualm führt zum Auslösen. Egal, wo man installiert. Rauchmelder gehören immer an die Decke und sie dürfen nicht direkt in der Ecke hängen. "Am besten hängt man sie rund 30 Zentimeter von der Wand entfernt auf", sagt Jansen. Von Vorteil sind funkvernetzte Rauchmelder.

Sie kommunizieren miteinander. Das heißt, stellt der Rauchmelder im unteren Wohnzimmer Qualm fest, geht diese Meldung an alle Rauchmelder im Haus. Alle warnen dann gemeinsam und jeder, egal, wo er sich im Haus aufhält ist gewarnt. Vor dem Hintergrund, dass es in den Haushalten immer mehr Kachel- und Specksteinöfen gibt, aber auch Pelletheizungen auf dem Vormarsch sind, bieten sich in punkto Sicherheit zusätzlich Kohlenmonoxidmelder an. "Im Prinzip sind Kohlenmonoxidmelder überall sinnig, wo eine Verbrennung stattfindet, bei der man die Flamme sieht", bringt es Jansen auf den Punkt. Sie warnen vor dem geruch-, farb- und geschmacklosem Kohlenmonoxid, das entsteht, wenn keine vollständige Verbrennung abläuft. Was zum Beispiel bei einer verschmutzen Heizkammer der Fall ist. Im Gegensatz zu den Rauchmeldern gehören sie an die Wand. Und das in mittlerer Wandhöhe und zwei Meter von der Feuerstelle entfernt. Wer sich einen Rauch- oder auch einen Kohlenmonoxidmelder zulegen möchte, der sollte darauf achten, dass es sich um geprüfte Geräte handelt.

Erkennbar an gleich drei Zeichen, die auf der Verpackung aufgelistet sein sollten. Zum einem handelt es sich um das Prüfsiegel VdS. Die drei Buchstaben stehen für den Verband der Sachversicherer, die Rauch- und Kohlenmonoxidmelder prüfen. Dazu kommt das CE Zeichen für die europäischen Richtlinien und das TÜV-Zeichen GS. Egal, welcher Melder, beide teilen mit einem kontinuierlichen Piepston, wenn die Batterien leer gehen.

(RP)
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