Gemeinde Grefrath: Rathauspläne können in den Reißwolf

Gemeinde Grefrath: Rathauspläne können in den Reißwolf

Nun ist es endgültig: Grefrath wird kein neues Rathaus bekommen. Bürgermeister Lommetz erklärt den Ankauf des Johnson-Controls-Gebäudes für gescheitert. Geld für einen Neubau gibt es nicht, nun muss wohl saniert werden.

Bürgermeister Manfred Lommetz bestätigte gestern, was in Grefrath schon die Runde gemacht hatte: "Es gibt kein neues Rathaus, die Sache ist erledigt." Es war geplant, ein Gebäude der Firma Johnson Controls am Bronkhorster Weg zu kaufen und es in ein Verwaltungsgebäude umzubauen. Auch die Vereine "Älter werden in der Gemeinde Grefrath" und "Mutter und mehr" sollten dort einziehen.

Johnson Controls hatte der Gemeinde eine Option bis Ende des Monats gegeben: "Das Unternehmen wollte eine verbindliche Zusage seitens der Gemeinde. Die kann ich jetzt nicht geben, und die kann ich auch in ein paar Wochen nicht geben", sagte Lommetz gestern auf Anfrage der RP. Die FDP verlange einen detaillierten Organisationsplan, ansonsten wollen die Liberalen im Rat kein grünes Licht geben. Damit haben die Pläne für das neue Rathaus keine Mehrheit mehr. Die Stimmen von SPD und Grünen reichen nicht, die CDU hat sich vor vornherein vehement gegen die Planungen ausgesprochen. Der von der FDP geforderte Organisationsplan müsse, so Lommetz, extern angefertigt werden und koste ungefähr 80 000 Euro — Geld, das Grefrath nicht habe.

Somit werde Johnson Controls sich nun nach anderen Käufern umsehen, was aus Sicht des Bürgermeisters durchaus nachvollziehbar ist: "Das Unternehmen muss schließlich planen, dafür habe ich Verständnis."

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Das abrupte Ende der Rathauspläne findet Lommetz ausgesprochen traurig: "Eine solche Chance wird es in der Gemeinde Grefrath definitiv nicht noch einmal geben. Schade, wir hätten mit der Unterbringung der beiden Vereine gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können." Besonders für "Älter werden in der Gemeinde Grefrath" müsse nun eine neue Lösung her: "Die sind immer hilfsbereit, wenn man sie fragt. Wir können den Verein nicht länger in einer zugigen Baracke sitzenlassen", betont Lommetz.

Woran sind die Pläne letztendlich gescheitert? "Die FDP hat den gemeinsamen Weg der Vernunft verlassen", urteilt der Bürgermeister. Der vorhandene und von ihm vorgelegte Plan für das neue Rathaus habe völlig ausgereicht. Er sei sehr kleinteilig, enthalte viele Details und eine genaue Verteilung sämtlicher Arbeitsfelder.

Wie geht es nun weiter? Nun, Geld für einen Neubau ist sicher nicht vorhanden. Also muss es zwangsweise mit den jetzigen Räumlichkeiten weitergehen. Das bringt aber eine umfangreiche Sanierung mit sich, deren Kosten keiner auch nur annähernd beziffern kann. Allein die Posten Energieeinsparung und Brandschutz werden werden beträchtlich sein. Als drittes Beispiel nannte der Bürgermeister eine Untersuchung auf Schimmelpilze, die vor dem Hintergrund der Planungen für das neue Rathaus keine Priorität gehabt habe. Nun wohl, die Folgekosten können je nach Untersuchungsergebnis womöglich ziemlich hoch sein.

(RP)