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Probleme bei der digitalen Alarmierung im Kreis Viersen

Digitale Alarmierung im Kreis Viersen : Manfred Wolfers jun.: Feueralarm jetzt auch im Badezimmer

Die digitale Alarmierung bei Einsätzen funktionierte nicht überall im Kreis. Jetzt wird nach und nach mit neuen Geräten nachgerüstet. Im Fall Wolfers mit Erfolg.

Die Geschichte begann vor acht Jahren: Der Kreis Viersen stellte seine analoge Fünfton-Alarmierung auf digital um. Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass das nicht der Weisheit letzter Schluss war: Dem System konnte man nicht so recht trauen, weil es nicht überall zuverlässig funktionierte.

Manfred Wolfers jun. ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und wohnt in Mülhausen. Im neuen Haus stellte er fest, dass sein Piepser nicht überall Laut gab, wenn ein Einsatz anstand. Konkret: Im Badezimmer war er vom brandtechnischen Geschehen vollkommen abgeschnitten. In anderen Teilen des Kreises gab es ähnliche Probleme, wenn auch nicht durchgängig im Badezimmer. Auch in Rettungswachen und Krankenhäusern bemerkte man, dass neue Gebäude oder Störungen von elektronischen Geräten, etwa auf einer Intensivstation, dazu führten, dass der Alarm nicht überall ankam. Daraufhin wurden 2013 und 2014 drei neue DAU-Standorte (Digitale Alarmumsetzer) eingerichtet, unter anderem an der Rettungswache in Kempen. Immer noch nicht genug, Wolfers hatte noch immer sein Badezimmer-Problem. Auch bei anderen Feuerwehrleuten hing ihre Erreichbarkeit vom jeweiligen Standort ab. Aber gerade tagsüber ist der Löschzug Mülhausen darauf angewiesen, dass jeder das Signal bekommt, weil ohnehin in diesem Zeitraum nicht alle Mitglieder zur Verfügung stehen. Man half sich kurzerhand mit Whatsapp-Gruppen.

Es wurde jedoch im Jahr 2018 festgelegt, noch 27 neue DAU-Standorte im Kreis zu schaffen. Die Kosten dafür liegen bei 750.000 Euro. „Damit soll sichergestellt werden, dass die Alarmierung wirklich überall ankommt“, sagt Manfred Wolfers jun. Zurzeit läuft die Installation der neuen Geräte, bald sind unter anderem welche in Oedt und Schlibeck geplant. Auf dem Dach des Kindergartens in Mülhausen ist bereits ein DAU sichtbar. Die erfreuliche Konsequenz: Wolfers bekommt jede Alarmierung mit, auch wenn er in seinem Badezimmer ist. Auch alle anderen kommen pünktlich zum Mülhausener Gerätehaus.