Stadt Kempen: Prinzengarde hilft Querschnittsgelähmten

Stadt Kempen : Prinzengarde hilft Querschnittsgelähmten

Viele trafen sich gestern in Kempen zum Lauf gegen die Querschnittslähmung. Die Mühe hat sich gelohnt: Am Ende war die Spendendose gut gefüllt, 580 Euro kamen zusammen. Die Veranstaltung fand weltweit statt.

Gestern, 11.50 Uhr auf dem Buttermarkt: Athletisch aussehende Menschen dehnen ihre Arme und Beine, einige prüfen ein letztes Mal, ob die Laufschuhe richtig festgeschnürt sind. "Bewegung schadet nicht. Erst recht, wenn es um die gute Sache geht", sagt Damien Lambrechts voller Vorfreude. Auch Veronika Delschen aus Grefrath hat den Weg nach Kempen gefunden. "Sonst laufe ich ja auch", sagt die Saison-Joggerin und verweist auf den guten Zweck, der an diesem Sonntag im Mittelpunkt steht. Dann erkundigt sie sich noch kurz bei Heike Höltken über die Laufgeschwindigkeit. "Von gemütlich bis schnell" geht's laut Höltken zu.

"Wings for Life World Run" heißt die Laufveranstaltung, an der sich auch Kempen gestern beteiligte. Der "Lauf gegen Querschnittslähmung" fand die zentrale Veranstaltung Deutschlands in Darmstadt statt. Als "noch nie dagewesenes Laufevent" wurde der Run medienwirksam angekündigt. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Sportveranstaltung um eine einzigartige Sache. Doch der Reihe nach.

"Die Idee hatte ich beim Fernsehschauen", sagt Mitorganisator Jochen Herbst. Als der Lauftreff-Anhänger der Kempener Prinzengarde auf dem österreichischen Sender "Servus TV" die Spiele der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verfolgte, flimmerte in den Werbepausen unter anderem Reklame für den Charity-Lauf über die Mattscheibe. "Eine tolle Idee", befand Herbst und trommelte bei seinen Lauftreff-Kameraden für Aufmerksamkeit. "Wir waren uns schnell einig, dass wir diese gute Sache unterstützen", sagt er. Alle Einnahmen - pro Teilnehmer wurden gestern zehn Euro Mindest-Laufgeld fällig - flossen in die Arbeit der Salzburger Stiftung "Wings for Life". Deren Ziel ist es, Querschnittslähmung heilbar zu machen.

Das Besondere an dem Lauf: Auf der ganzen Welt starteten Läufer zur selben Zeit für den guten Zweck. Was bedeutet, dass sich die Sportler in Kalifornien gestern morgens um 3 Uhr auf den Weg machten, die Athleten in Taiwan indes gestern Abend um 18 Uhr. Auch prominente Unterstützung war der guten Sache sicher. So unterstützt der Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard die Veranstaltung mit den Worten: "Ich war selbst nie der große Läufer, aber ich werde dabei sein. Wir sollten alle mitlaufen, für diejenigen, die es nicht können."

In Kempen machten sich 55 Sportler auf den Weg. Vom Buttermarkt aus starteten sie in Richtung Kuhstraße, raus aus der Altstadt durchs Kuhtor, über den Heyerdrink bis nach Schmalbroich. Am dortigen Schmeddersweg konnte, wer wollte, abkürzen und zurück in die Altstadt spurten. Über die Straelener Straße und das Hagelkreuz-Viertel dauerte der Lauf insgesamt gute acht bis zehn Kilometer. Jochen Herbst und seine Mitstreiter zeigten sich zufrieden: "Die Spendendose hat sich gut gefüllt. Jeden einzelnen Euro werden wir an die Salzburger Stiftung überweisen. Es war ein lohnender Tag für die gute Sache."

(tone)
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