Stadt Kempen: Premiere für die neue CDU-Vorsitzende

Stadt Kempen : Premiere für die neue CDU-Vorsitzende

Rita Ulschmid wird beim traditionellen Neujahrsempfang ihrer Partei am heutigen Freitagabend die zahlreichen Gäste erstmals als Vorsitzende der Kempener Christdemokraten begrüßen. Eine Premiere der besonderen Art.

Es ist ihr erster Auftritt im neuen Amt vor großem Publikum: Am 20. November wurde Rita Ulschmid mit überzeugendem Votum von fast 99 Prozent bei der CDU-Mitgliederversammlung zur neuen Parteivorsitzenden des Kempener CDU-Stadtverbandes gewählt. Die 53-jährige Tönisbergerin trat da die Nachfolge von Eva Theuerkauf an, die nach vier Jahren an der Spitze der CDU nicht mehr für den Vorsitz kandidiert hatte. Nun wird Rita Ulschmid die ehrenvolle Aufgabe zuteil, am heutigen Freitag die zahlreichen Gäste des traditionellen Neujahrsempfanges der CDU im Kempener Kolpinghaus willkommen zu heißen.

Diese Veranstaltung gilt seit vielen Jahren - etwa neben dem Bauerncafé der Ortsbauernschaft am Dreikönigstag - als besonderes gesellschaftliches Ereignis zum Anfang eines neuen Jahres in der Thomasstadt. Die Stadt selbst verzichtet auf ein solches Stelldichein zum Jahresauftakt. Seit Jahren kommen Vertreter von Vereinen und Verbänden, Institutionen und Unternehmen gerne zur CDU, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Wie in jedem Jahr steht auch diesmal der Empfang unter einem besonderen Motto: Heute geht es um "Unser Krankenhaus in Kempen". Seitdem die Artemed-Gruppe Anfang 2012 das traditionsreiche Hospital zum Heiligen Geist übernommen hat, ist der private Klinikbetreiber unter der Leitung von Dr. Clemens Guth bemüht, dass Krankenhaus wieder flott zu machen. Viel wurde bereits bewegt, viel hat Artemed vermutlich noch vor. Einen kleinen Einblick in das Zukunftsprogramm will Krankenhaus-Geschäftsführer Guth beim CDU-Empfang geben.

Da wird die neue Parteichefin - höflich, wie sie nun mal ist, - ihrem Festredner nicht die Schau stehlen wollen. Rita Ulschmid wird es bei ein paar begrüßenden Worten zum Jahresanfang an ihre Gäste belassen. Es entspricht auch nicht dem Naturell der gebürtigen Tönisbergerin, sich in den Vordergrund zu spielen. Sie muss nicht im Mittelpunkt stehen, sondern bevorzugt das effektive Arbeiten im Hintergrund.

Die Arbeit im Parteivorstand kennt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern bereits aus ihrer Zeit als stellvertretende Vorsitzende unter der Parteichefin Eva Theuerkauf. Deshalb legt Rita Ulschmid im RP-Gespräch auch großen Wert darauf, dass sie mit ihrem Vorstandsteam die erfolgreiche Arbeit in der Ägide Theuerkauf fortsetzen möchte. "Wir sind seit Jahren auf einem guten Weg. Warum sollten wir den jetzt verlassen", meint Rita Ulschmid.

Was sie als "guten Weg" beschreibt, ist die erfolgreiche Politik der CDU in der Stadt Kempen. Sie wurde eindrucksvoll bei der Kommunalwahl im Mai 2014 vom Wähler bestätigt. Die CDU errang in allen 20 Wahlbezirken die Mehrheit und das Ratsmandat direkt. Zudem wurde ihr Bürgermeisterkandidat Volker Rübo bereits im ersten Wahlgang wieder gewählt - bei sechs Mitbewerbern um den Chefsessel im Rathaus war dies keine Selbstverständlichkeit.

Zurück zu Rita Ulschmid: Auch sie hat ihren Wahlkreis in Tönisberg am 25. Mai 2014 gewonnen. Die 53-Jährige gehört somit wieder dem Stadtrat an. Die Anbindung an die Ratsfraktion ist der neuen CDU-Parteivorsitzenden sehr wichtig. "Das Zusammenspiel von Partei und Fraktion ist für eine erfolgreiche Politik für unsere Stadt von großer Bedeutung", sagt Rita Ulschmid. Sie schätzt die Zusammenarbeit mit Fraktionschef Wilfried Bogedain. Sie schätzt aber auch die Arbeit im Parteivorstand. Rita Ulschmid kann sich da auf erfahrene Kollegen verlassen.

Sie ist eine Teamplayerin, schätzt das Miteinander mit ihren beiden Stellvertretern Gerd-Wilhelm Stückemann und Klaus Theißen sowie Steffi Beyss als Schatzmeisterin und Hans-Willi Schmitz als Geschäftsführer.

In der Ratsarbeit setzt Rita Ulschmid Schwerpunkte. Die liegen im Sozialen, beim Thema Umwelt und Planung oder bei der Wirtschaftsförderung. Erste Ansätze ihrer künftigen Arbeit beschrieb die Tönisbergerin bei ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden. Und sie konkretisiert sie gerne auf Nachfrage. Die Stärkung des Ehrenamtes ist ihr wichtig. Sie hat sich selbst viele Jahre ehrenamtlich in der katholischen Pfarrgemeinde ihres Heimatortes engagiert, war im Pfarrgemeinderat und in der Arbeit mit Jugendlichen aktiv, hat nicht zuletzt den "Bergertreff", die Begegnungsstätte der Pfarre für Senioren, mit aus der Taufe gehoben. "Diese Arbeit mit und für Menschen macht mir Freude. Eine solche Arbeit prägt", sagt Rita Ulschmid. Der Wirtschaftsstandort Kempen ist der neuen CDU-Vorsitzenden wichtig. "Wir müssen die Wirtschaftskraft stärken, den Betrieben bestmögliche Bedingungen schaffen. Das sichert nicht nur Arbeitsplätze, das schafft auch neue", meint sie. Dabei sind ihr Ausbildungsplätze besonders wichtig.

Dass Kempen weiterhin eine familienfreundliche Stadt bleiben soll, versteht sich für den Familienmenschen Rita Ulschmid, der sie nun mal ist, fast von selbst. Von daher legt sie großen Wert auf eine Familienpolitik, die die Belange von allen Generationen gleichermaßen berücksichtigt. Bei der Bildungspolitik ist ihr wichtig, dass angesichts der neuen Gesamtschule in Kempen die beiden Gymnasien nicht ins Hintertreffen geraten. Beim Thema Wohnen geht es ihr darum, für alle Generationen bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.

Das Ganze geht aber nur, wenn die Stadt finanziell nicht über ihre Verhältnisse lebt. Von daher ist für Rita Ulschmid ein solider städtischer Haushalt besonders wichtig. "Wir müssen mit den Finanzen sorgsam umgehen, müssen eine Haushaltssicherung um jeden Preis vermeiden", sagt sie.

Als Stadtverordneter aus Tönisberg lag ihr die Entwicklung des Bergdorfs verständlichweise besonders am Herzen. Das wird jetzt im neuen Amt nicht anders sein. "Aber man muss schon das große Ganze im Blick haben", sagt Rita Ulschmid als Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes für ganz Kempen.

(RP)
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