In der Kempener Altstadt: Premiere für After-Christmas-Shopping

In der Kempener Altstadt : Premiere für After-Christmas-Shopping

Erstmals hatten am Sonntagnachmittag Geschäfte in der Kempener Innenstadt für Kunden geöffnet. Der Werbering hatte den Kaufsonntag initiiert. Nicht alle Einzelhändler in der Altstadt machten mit.

Zunächst waren die Kempener Einzelhändler noch unterschiedlicher Meinung, was den Erfolg des ersten „After-Christmas-Shopping” in der Stadt anging. Aber im Laufe des Sonntagnachmittags füllte sich die Stadt zusehends. Dementsprechend zufrieden äußerte sich auch Geschäftsführer Fred Klaas vom Werbering. Er habe sehr viele Bummler mit Einkaufstaschen in der Hand angetroffen, so Klaas über seinen Rundgang durch die Stadt. Die Engerstraße sei zum Beispiel gut besucht gewesen. Viele Geschäfte nutzten auch die Gelegenheit, ihre Lager mit Winterware zu räumen. Diesen Trend sah man in den Schaufenstern deutlich. Klaas bestätigte aber auch, was viele der Kaufleute sagten, dass eine Attraktion im Rahmen des ersten verkaufsoffenen Sonntags nach Weihnachten fehle, um Kunden in die Stadt zu locken. Darüber werde der Vorstand der Händlergemeinschaft bei seiner anstehenden Klausur im Januar nachdenken, so Klaas. Außerdem werden in den nächsten Tagen die Händler noch einmal nach ihren Erfahrungen dieser Premiere befragt, versprach er.

Die Stadt sei nicht so voll, wie im Advent, wo der Weihnachtsmarkt stattfand, meinte dann auch Sigrid Link von der Parfümerie Pieper an der Engerstraße. Zwar gab es durchgängig Kunden im Geschäft, aber längst nicht so viel wie erwartet. Das bestätigte auch Anja Veit vom Atelier für Leder- und Pelzwaren an der Kuhstraße. Weltbewegend sei der Andrang nicht, sagte sie. Auch sie vermisste eine Aktion in der Innenstadt, die Kunden anlocke. Eigentlich wären nicht mehr Menschen als sonst an Sonntagen unterwegs, urteilte sie.

Auch Barbara Sukatsch, Betreiberin des Geschenkeartikelladen Kempener Rose auf der Judenstraße, hatte am ersten After-Christmas-Shopping geöffnet. Foto: Norbert Prümen (nop)

Sonja Nopper-Krick von „Stricken ist Liebe” am Studentenacker war ganz zufrieden mit diesem Sonntag. Viele kamen, um Gutscheine einzulösen. Auch wurde schon nach Trends für den Sommer gefragt. Aber da musste sie zu ihrem Bedauern noch auf Ende Januar vertrösten, denn dann kommen erst die neue Wollgarne für luftige Sommerpullover auf den Markt. Katharina Bucholz von „Möbel und Design” auf der Judenstraße freute sich dagegen über regen Zulauf. Sie mutmaßte, dass viele ihrer Kunden den ruhigen Sonntag nutzten, um sich gemeinsam mit der ganzen Familie zu informieren. Schließlich sind die Möbel des Geschäftes individuell geplant. Da wäre der verkaufsoffene Sonntag wohl eine gute Möglichkeit, sich gemeinsam zu beraten. Ehrlich gab sie zu, überrascht zu sein vom guten Besuch ihres Geschäfts. Denn ursprünglich sei sie skeptisch gewesen, ob der Sonntag gut angenommen würde.

Auch C & A an der Engerstraße hatte geöffnet. Viele Kunden nutzten den verkaufsoffenen Sonntag, um in Ruhe das Angebot in den Geschäften zu sichten. Foto: Norbert Prümen (nop)

Auch wenn Inge Sander vom gleichnamigen Herrenmodegeschäft an der Judenstraße bedauerte, dass wohl nicht viel Werbung für den verkaufsoffenen Sonntag gemacht worden sei, fand sie den Besuch in ihrem Geschäft doch recht gut. Nicht nur Kempener wären gekommen, sondern auch auswärtige Besucher. Von manchen Kunden habe sie gehört, dass es in Krefeld furchtbar voll wäre, dagegen in Kempen angenehm entspannt. Sicherlich sei es aber auch Konkurrenz gewesen, dass in mehreren Städten im Umkreis solche verkaufsoffenen Sonntage an diesem Wochenende stattgefunden hätten. Da müsste der Werbering vielleicht noch einmal nachdenken, bestätigte auch Klaas. Ernst-Walter Möller war in seinem Modegeschäft am Buttermarkt gerade voll eingespannt, also zufrieden mit dem Zulauf. Ebenso ging es im „Schukolade” von Claudia Pinkle an der Peterstraße zu. Ein wenig mehr Ruhe nach dem anstrengenden Weihnachtsgeschäft hätte sich Claudia Braun vom Modegeschäft „Nobodys perfect” am Studentenacker gewünscht. Eine Woche zwischen den Feiertagen und dem verkaufsoffenen Sonntag seien zu kurz gewesen, um Ware und Schaufenster neu zu präsentieren. So hat sie ihre Stammkunden mit einem 20-Prozent-Nachlass erfreut.