Premiere des neuen Stücks der Bretterbühne Tönisberg

Tönisberg : Irrungen und Wirrungen im Pfarrhaus

Das Publikum kam bei der Premiere des neuen Stücks der Tönisberger Bretterbühne aus dem Lachen nicht heraus. Das Ensemble der Laienschauspieler begeisterte mit dem neuen Lustspiel „Es spukt im Pfarrhaus“.

Es spukt diesmal im Pfarrhaus – so lautet auch der Titel des neuen Lustspiels der Tönisberger Bretterbühne, das am Donnerstagabend im Pfarrheim an der Bergstraße Premiere hatte. Das Publikum, das zu den weiteren Aufführungen kommt, kann sich auf einen sehr vergnüglichen Abend freuen.

Bereits zum Beginn des ersten Aktes bleibt kaum ein Auge trocken. Besser könnte das Stück aber auch kaum zum Bergdorf passen, denn schließlich ergaunert das Diebespärchen Lara und Erwin (Petra Goak und Karl Rögels) in der Kirche den heiligen Antonius, den Schutzpatron von Tönisberg. Nur bis an den Opferstock schaffen sie es nicht, da die herrlich in viele bunte Röcke und Blusen gekleidete Agnes (Elisabeth Iven) ihnen zuvorkommt. Den Ganoven gelingt es, die tüddelige und etwas schwerhörige auf Männersuche befindliche Dame zu überwältigen. Diese Dame versteht allerdings kaum, wie ihr geschieht, und bleibt bis zum Ende davon überzeugt, dass man sie „sexual belastet“ habe. Ihre Schwiegertochter Jutta (Jenna Mellen) ist völlig genervt von Agnes’ Umtriebigkeit und schickt sie schnell auf den Friedhof, um dort nach den „Belästigern“ zu suchen.

Ein herrliches Schauspiel beginnt, als die langjährige Pfarrköchin Ilse (Iris Pöhlmann) die Diebe im Pfarrhaus entdeckt und diese sich als der neue Pfarrer und seine Schwester ausgeben. Schnell erscheint das junge Paar Beate (Isabell Thelen) und Jan (Thorsten Bednorz) zum Traugespräch, während der falsche Pfarrer der Meinung ist, eine Beerdigung vorzubereiten. Das Grab für die Beerdigung wurde fachgerecht vom Totengräber Jakob Tiefleger (Tobias Klug) ausgehoben, der genauso wie der Messner Alois Drachenzahn (Frank Heesen) aufgrund des langen Junggesellendaseins nicht nur sehr trinkfreudig, sondern auch arg heruntergekommen ist. Die beiden sind der festen Meinung, dass die Welt ohne Alkohol um viele hübsche Frauen ärmer wäre, und sind deshalb bei jeder Gelegenheit stark am Glas, oder besser gesagt an der Flasche.

Zur Krönung taucht nun auch noch der echte neue Pfarrer Fridolin Mondkälbchen (Margret Rögels) auf, der schnell vom falschen Pfarrer eins mit der alten Dorfchronik drüberbekommt und dann im Schrank versteckt wird. In der Chronik hatte man zuvor entdeckt, dass der vor vielen Hunderten von Jahren geköpfte Gustavio Halslos noch immer durch das Pfarrhaus spukt. Als dieser dann tatsächlich auftaucht, fallen so einige Charaktere vom Glauben ab und auch schnell in Ohnmacht. Was es nun genau mit dem Halslosen, dem alten Buch der Dorfchronik, einem vermeintlichen Indianerstamm und dessen Friedenspfeife zu tun hat, wird an dieser Stelle traditionell nicht verraten. Und warum hier auch noch der Papst seine Finger im Spiel hat, werden alle Zuschauer amüsiert verstehen.

Eine Besonderheit der Tönisberger Bretterbühne ist neben den aufwendigen Bühnenbildern vor allem die tolle Maske und die dazugehörigen Kostüme. Es gibt wohl keinen Charakter, den Regisseurin und Maskenbildnerin Marion Leinders nicht herbeischminken kann. Unterstützt wurde sie bei der Regie in diesem Jahr von Adelheid van Hall, die selbst viele Jahre auf der Bretterbühne stand. Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch Souffleuse Martina Alberts und Rene Heesen, der sich um Licht und Ton kümmert.

Am Ende der Premiere zeigte sich Marion Leinders zufrieden: „Bei der Premiere brauchen wir immer ein Publikum, das mitgeht. Der Start ist bestens geglückt, und wir freuen uns auf die nächsten Vorstellungen.“ Für diese – vor allem am kommenden Wochenende – können Restkarten im Internet unter www.bretterbuehne-toenisberg.de bestellt werden.

Mehr von RP ONLINE