Stadt Kempen: Praktiker plaudern aus dem Nähkästchen

Stadt Kempen : Praktiker plaudern aus dem Nähkästchen

Berufe ein stückweit praktisch erleben und das nicht vor Ort, sondern in der Schule: Der Rotary-Club Kempen-Krefeld macht es möglich. Er lud Gymnasiasten aus Kempen und Mülhausen zur Berufsinformation ein.

"Wir sind das älteste soziale Netzwerk der Welt und unterstützen nicht nur soziale Projekte. Wir setzen uns auch für die Berufseinbildung ein", sagt Manfred Steinborn. Und damit hat der Präsident des Rotary-Clubs Kempen-Krefeld auch schon die Erklärung für den abendlichen Einsatz am Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) in Kempen gegeben. Seit Jahrzehnten bietet der Club einen Informationsabend zu unterschiedlichen Berufsfeldern mit Berufspraktikern an. Jetzt war es wieder soweit. Zu rund 30 Berufsfeldern hatten sich die Clubmitglieder und weitere Mitstreiter eingefunden, um den Schülern der Q1 und Q2 der beiden Kempener Gymnasien Thomaeum und LvD sowie der Liebfrauenschule Mülhausen Berufe lebensnah näher zu bringen.

Das Angebot kommt dabei gut an. "Wir können hier Fragen an Menschen stellen, die schon länger in ihrem Beruf tätig sind und dementsprechend wirklich aus der Praxis berichten können", lobt die 18-jährige Phoebe. Die normale Berufsberatung bezeichnet Victoria als nicht so ergiebig. "Dort beantwortet man Fragen und dann kommt ein Beruf heraus. Bei mir war es Logopädin und damit ein Beruf, denn ich nun wirklich nicht ergreifen möchte. Hier kann ich dagegen gezielt Fragen zu meinen möglichen späteren Beruf stellen", sagt die 16-Jährige, die sich für ein Lehramtstudium interessiert und dementsprechend den Raum aufgesucht hat, in dem Barbara Stockmann aus ihrem Berufsleben und dem dazugehörigen Studium erzählt.

Fragen von den Schülern, die sich allesamt für den Lehrerberuf interessieren, gibt es reichlich. Angefangen von Fächerkombinationen bis zu Referendariatszeiten. Barbara Stockmann hat zudem etliche Tipps auf Lager. "Ich habe so nicht gewusst, wie gut die Chancen sind, an einem Berufskolleg zu unterrichten", sagt Jannik. Hier erfahre man Dinge, die man sonst gar nicht mitbekommen würde, fügt der 16-Jährige hinzu.

Auch bei Ulrich Müller und Thomas Blohm-Schröder ist es voll. Der Diplom-Ingenieur und der Diplom-Ingenieur Architekt stellen den Bereich der Architektur vor. Müller berichtet von den konstruierenden Arbeiten und Statiken bis zur Bauleitung, die den eigentlichen Ingenieur-Bereich ausmachen, während Blohm-Schröder den gestalterischen und kreativen Part des Architekten vorstellt. "Architekten haben natürlich auch Grundkenntnisse in Statik und Bauphysik, schließlich haben wir viel mit den verschiedenen Ingenieuren zu tun, angefangen vom Vermesser bis zum Brandschutzgutachter, die allesamt Ingenieure sind", erklärt Blohm-Schröder.

Dabei haben die Beiden so manches Schmankerl aus dem Berufsleben dabei, denn nicht immer sind sich Bauingenieur und Architekt auf dem Bau einig. "Wir wollen kalkulieren, der Architekt baukünstlerisch tätig sein, da gibt es schon mal Diskussionen", verrät Müller mit einem Schmunzeln. Wichtig aber ist für alle Berufe rund um die Architektur ein gutes Verständnis in Mathe und Physik.

Welche Möglichkeiten die medizinischen Berufe mit sich bringen verdeutlicht Kim-Holger Kreft, Geschäftsführer des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Viersen. Denn nicht nur Mediziner, Apotheker und Pflege gehören zum Krankenhaus. Wie die Ausbildung zum Piloten aussieht und was es heißt, ständig unterwegs zu sein, dass Eventmanagement eine mehr als nur anspruchsvolle Tätigkeit ist und dass Steuerberater einen höchst interessanten Beruf haben - waren weitere Themenfelder der Berufsinformationsveranstaltung des Rotary-Clubs Kempen-Krefeld.

(tref)