Polytex aus Grefrath bezieht nun Ökostrom

Grefrath : Sportbeläge werden „grüner“

Das Unternehmen Polytex stellt sich seit Jahren schon nachhaltig auf. Von den Gemeindewerken Grefrath bezieht die Firma nun Ökostrom und spart damit 3600 Tonnen CO₂ pro Jahr.

Im satten Grün präsentieren sich viele der Beläge, die die Grefrather Firma Polytex für Fußballplätze in ganz Deutschland und Europa liefert. „Grüner“ wird nun auch deren Produktion. Denn das Unternehmen bezieht nun zu 100 Prozent Ökostrom von den Gemeindewerken Grefrath. „Seit ein paar Jahren verfolgen wir eine Nachhaltigkeitsstrategie, die auf drei Säulen beruht: ökologisch, sozial und ökonomisch“, sagt Ivo Lohr, stellvertretender Abteilungsleiter Qualität, Sicherheit und Umwelt. In diesem Zuge werden immer wieder Projekte realisiert. Die Umstellung der Beleuchtung auf LED, Dämmung und Entrauchung des Gebäudes sowie verbesserte Anlagen- und Kältetechnik hätten bereits dazu beigetragen, den Energieeinsatz pro Kilogramm produziertem Garn zu verringern.

Nun kommt mit dem Einkauf von Ökostrom ein weiterer Baustein in der ­Nachhaltigkeitsstrategie hinzu. „Wir verbrauchen relativ viel Energie. Da müssen wir uns mit diesem Thema beschäftigen“, sagt Dirk Sander, Produktionsleiter Kunstrasen. Das Unternehmen verbraucht zwölf Giga-Wattstunden Strom pro Jahr. Durch die Umstellung auf reinen Ökostrom spart es jährlich 3600 Tonnen CO₂ ein. Es sei ein weiterer Schritt zur langfristigen Vision eines CO₂-neutralen Produktionsstandortes, sagt Ivo Lohr.

In Grefrath sei man in Sachen erneuerbare Energien schon sehr gut aufgestellt, erklärt Gemeindewerke-Geschäftsführer Erik Ix. Biogas-, Wind- und Photovoltaikanlagen liefern vor Ort Energie. Der Strom für Polytex stammt daher zu einem großen Teil direkt aus Grefrath und wird von einem Grünstrom-Zertifikat flankiert. Für den lokalen Energieversorger ist Polytex ein wichtiger Kunde. „Der Verbrauch macht ein Sechstel unserer Netzlast aus“, erklärt Ix. Der Gemeindewerke-Chef lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, das einen lokalen Ansatz pflege.

„Einen guten Draht zu den lokalen Unternehmen zu haben, ist uns sehr wichtig. Das bedeutet für uns Effizienz, aber auch eine Stärkung der Gemeinde. Wir sind uns unserer Verantwortung hier vor Ort bewusst“, sagt Dirk Sander. Die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort sei eine Win-win-Situation. Die Zahl der Mitarbeiter liegt aktuell bei 168. In der Hochphase können es auch mehr sein. Denn im Sommer ist Hochsaison.

Die Anforderungen sind so speziell, dass erst mit dem Auftragseingang die Produktion beginnt. „Besonders Fußballplätze sind sehr individuell“, schildert Dirk Sander. Im Showroom des Unternehmens erhält man einen Eindruck, wie vielfältig diese sind. In der Farbe, in der Beschaffenheit der Garne – glatt oder texturiert – gibt es Unterschiede, aber auch was Unterbau oder Linierung betrifft. Die Anforderungen sind hoch, denn draußen sind die Garne den Belastungen durch die Nutzung, durch Wind und Wetter ausgesetzt. Polytex hat eine eigene Forschungs- und Einwicklungsabteilung, um seine Produkte laufend zu verbessern.

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