1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Polizei rechnet durch Lockerungen mit mehr Taschendiebstählen im Kreis Viersen

Kriminalität im Kreis Viersen : Polizei rechnet durch Corona-Lockerungen mit mehr Taschendiebstählen

2020 wurden im Kreis Viersen 387 Taschendiebstähle angezeigt – im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl um mehr als 50 Prozent. Es wurde deutlich: Je größer die Corona-Lockerungen waren, umso mehr Taschendiebstähle wurden begangen.

Obwohl viele Geschäfte geschlossen und die Innenstädte deutlich leerer sind als gewohnt, steigt im Kreis Viersen die Zahl der Taschendiebstähle. Sie seien derzeit „in besonderem Maße in Lebensmittelgeschäften aktiv“, berichtet Kreispolizeisprecherin Antje Heymanns. Im Januar und Februar habe die Zahl der gemeldeten Fälle noch deutlich unter denen des Vorjahres gelegen, sagt Heymanns: „Dieser positive Trend setzt sich leider im März nicht fort, hier haben wir den Vorjahreswert erreicht.“

Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Viersen 387 Taschendiebstähle angezeigt – im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl der Taschendiebstähle damit um mehr als 50 Prozent. „Auch hier wurde deutlich: Je größer die Corona-Lockerungen waren, umso mehr Taschendiebstähle wurden begangen“, sagt Heymanns.

Aus der Kriminalitätsstatistik der Polizei geht hervor, dass der Lockdown dazu führte, dass die Fallzahlen stark schwankten – und Taschendiebe auf Supermärkte auswichen, weil viele Geschäfte geschlossen waren. Eine flächendeckende polizeiliche Kontrolle könne in den vielen Supermärkten nicht gewährleistet werden, heißt es von der Polizei.

  • Aktuelle Corona-Fallzahlen : RKI verzeichnet 2.143 Neuinfektionen in NRW - Inzidenz sinkt auf 77,7
  • Ab Freitag entfallen in Mönchengladbach zahlreiche
    Corona-Status in Mönchengladbach : Inzidenz sinkt und ist den fünften Tag unter der 100er-Marke
  • Aktuelle Corona-Fallzahlen : RKI meldet 8.901 Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden - Zahlen sinken wieder

Dass die Zahl der Taschendiebstähle wieder steige, sei insofern beunruhigend, „weil die Taten trotz vieler geschlossener Geschäfte und trotz eines gestiegenen Bewusstseins der Bevölkerung für die Notwendigkeit des Abstandhaltens stattfinden“, sagt Heymanns.

Weniger Neuinfektionen und sinkende Inzidenzwerte geben nun Anlass zur Hoffnung, dass bald Lockerungen und auch Geschäftsöffnungen bevorstehen. Die Polizei warnt vor einer weiteren Zunahme von Diebstählen: „Das Verhalten, das Menschen bisher bei Lockerungen gezeigt haben, deutet darauf hin, dass Öffnungen zumindest in den Anfangszeiten viele Leute anziehen werden“, sagt die Polizeisprecherin. „Die Geschäfte und Innenstädte werden voll sein. Die Gefahr ist groß, dass daraufhin auch die Zahl der Taschendiebstähle weiter zunehmen wird.“

(biro)