Kreis Viersen: Polizei jagt Einbrecherbanden

Kreis Viersen: Polizei jagt Einbrecherbanden

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) besuchte gestern eine Kontrolle-Stelle in Elmpt. Auch an der L 39 zwischen Grefrath und Vankum prüfte die Polizei Fahrzeuge

Wer gestern den Polizei-Kradfahrern ins Netz ging und von der A 52 abgeleitet wurde an die Roermonder Straße, brauchte vor allem eins: Geduld. Gut 50 Einsatzkräfte warteten an der sonst ruhigen Ecke Roermonder Straße/ Nollesweg, kurz vor der niederländischen Grenze, um Fahrzeuge und deren Insassen zu kontrollieren. In fast allen Fällen blieb es nicht beim Blick auf Ausweis und Fahrzeugpapiere. Polizisten räumten Kofferräume aus, begutachteten Zulassungsplaketten, durchsuchten die Ladefläche eines Schrottwagens und ließen sich Motorhauben öffnen.

In Niederkrüchten und Grefrath nahm die Polizei gestern gezielt Fahrzeuge, Fahrer und Insassen unter die Lupe. Die Aktion gehört zur landesweiten Fahndungs- und Kontrollwoche, mit der die Polizei in NRW gezielt gegen Wohnungseinbrecher vorgeht. Im Visier: mobile Einbrecherbanden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) besuchte die Kontroll-Stelle: "Wir bauen gezielt Fahndungsdruck auf. Unsere Botschaft an die Banden lautet: Ihr könnt nirgendwo sicher sein.".

Der Innenminister warb in Elmpt für die "Strategische Fahndung", die anlassbezogene, aber verdachtsunabhängige Personen- und Fahrzeugkontrollen im öffentlichen Raum ermöglichen soll. "Sie ist in 14 von 16 Bundesländern Standard. Es wird höchste Zeit, dass wir hier aufschließen", sagte Reul.

Und auch wenn die Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei sehr gut laufe, sei bei der europäischen Zusammenarbeit in der Kriminalitätsbekämpfung "viel Luft nach oben".

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Bei einer Zwischenbilanz am Nachmittag zeigte sich Uwe Fahlbusch, Einsatzleiter der Viersener Polizei, zufrieden: "Bis etwa 14.30 Uhr hatten wir bereits 145 Fahrzeuge und mehr als 170 Personen kontrolliert." An 16 Autos stellten die Beamten Mängel fest. In 28 Fällen wird es Bußgeldverfahren geben, etwa wegen Verkehrsverstöße wie Handy am Steuer, Fahren unter Alkohol- und Drogen-Einfluss. In drei Fällen kam es zur Strafanzeige. In einem Fall führte ein Beifahrer eine kleine Menge Drogen mit. Auch Beamte der Bundes-, Landes- und Kreispolizei inklusive Drogenhund sowie niederländische Kräfte der Koninklijke Marechaussee waren an der L39 in Grefrath, in Niederkrüchten-Elmpt, an der Steyler Straße in Nettetal-Kaldenkirchen und der L 373 in Brüggen im Einsatz.

Nach etwa fünf Stunden wurde der Kontrollpunkte gewechselt. "Das spricht sich schnell herum", sagte Fahlbusch. In Elmpt habe man sich darauf konzentriert, von den Niederlanden in den Kreis Viersen Einreisende zu kontrollieren. Der Fahrer eines schwarzen Mercedes mit abgedunkelten Scheiben und Berliner Kennzeichen hatte unter anderem die Aufmerksamkeit der Fahnder erregt. Er ärgerte sich lautstark über die fast 20-minütige Kontrolle.

Der Erfolg einer solchen Kontroll-Aktion liege in der Regel nicht in zählbaren Festnahmen, erklärt Polizei-Sprecherin Antje Heymanns: "Wir zeigen Präsenz, und die Kontrollen liefern uns einen Erkenntnisgewinn zum Beispiel über die Reisewege von mobilen Tätern."

(RP)