Gemeinde Grefrath: Politik streitet um die Zukunft der Mooren-Halle

Gemeinde Grefrath: Politik streitet um die Zukunft der Mooren-Halle

Die Albert-Mooren-Halle ist seit Jahren Bestandteil politischer und öffentlicher Diskussionen. Neuen Schub hat jetzt ein offener Brief des Geschäftsführers der CDU-Fraktion im Grefrather Gemeinderat, Dietmar Maus, an die anderen Ratsfraktionen gebracht.

Darin gefordert der Ratsherr die Fraktionen auf, sich zu einem "Runden Tisch rund um die Albert-Mooren-Halle" zusammenzusetzen. Sowohl SPD als auch Grüne begegnen diesem Ansinnen mit großer Skepsis. Ein eigens noch einzurichtender "runder Tisch" wird von den beiden Parteien abgelehnt

Auffällig ist aus Sicht der Grefrather SPD der Tonfall, der mit keinem einzigen Wort die grundsätzliche Haltung der CDU zur Albert-Mooren-Halle auch nur andeutet. Jochen Monhof, Fraktionschef der SPD, erinnert daran, dass es vor zwei Jahren ein uneingeschränktes Ja der CDU zum Erhalt der Albert-Mooren-Halle gegeben hatte, von dem diese offensichtlich heute abgewichen ist. "Wir brauchen keinen unverbindlichen Debattierclub, sondern ein klare politisches Bekenntnis: Erhalt der Halle - Ja oder Nein?" fordert Monhof.

Die SPD hat zuletzt eindeutig klar gemacht, dass sie an ihrer alten Zusage zum Erhalt und zur schrittweisen Sanierung der Halle festhält und damit dem Willen aller Grefrather Bürger - nicht nur der Oedter - in vollem Umfang entspricht. "Jetzt ist es an der Zeit, dass die CDU Farbe bekennt", fordert sein Vize Bernd Bedronka.

Wenn die CDU, in deren Reihen es nach Ansicht der SPD offenbar große Differenzen nicht nur zu diesem Thema gibt, sich nicht klar politisch für den Erhalt der einzigen gemeindlichen Kulturhalle äußere, könne es keine Gespräche, vor allem keine ergebnisoffenen, dazu geben: "Wir werden nicht über das "Ob?" verhandeln, sondern nur über das "Wie?" - und dafür gibt es die zuständigen Gemeindeausschüsse für Bauen und Kultur", erklären Monhof und Bedronka.

  • Gemeinde Grefrath : Albert-Mooren-Halle wird zum großen Tanzpalast

"Erst klar sagen, wo man hin will - dann überlegen, wie man dies erreicht", ergänzen die SPD-Ratsherren. Nur so könne ein Thema wie die Zukunft der Albert-Mooren-Halle, dass die Politik ja nicht erst seit gestern beschäftigt und dessen finanzielle Fakten seit mehreren Jahren offen auf dem Tisch liegen, konstruktiv behandelt werden.

Für die Grefrather Grünen ist schon lange klar, dass die Halle als kulturelles Zentrum und Veranstaltungsort weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. Umso mehr stößt es bei den Grünen auf Unverständnis, dass die CDU nun einen Runden Tisch einfordert.

"Bereits seit Jahren schiebt die CDU das wichtige Thema auf die lange Bank, indem längst bekannte Zahlen gefordert werden," beschwert sich Ortssprecher Andreas Sonntag. Es sei nur ein weiteres Zeichen des Hinauszögerns einer Entscheidung. Man werde die Einladung der CDU nicht annehmen. "Wir reden gerne mit allen Fraktionen über die Ausgestaltung der Zukunft der Mooren-Halle, aber die Frage ob es eine Zukunft gibt, ist für uns längst beantwortet", sagt Sonntag.

Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Halle verrate: Die Halle boomt, es reihen sich Konzerte an Theateraufführungen und weitere Ereignisse. Für die Grünen sind deshalb Schließungsabsichten völlig unverständlich. Natürlich nage an der Halle der Zahn der Zeit, deshalb solle die CDU das Spiel auf Zeit beenden und gemeinsam mit den Grünen die Zukunft der Halle sicherstellen.

(mab/hd)