Politik steht hinter Plänen für neue Altenheime in Kempen

Von-Broichhausen-Stift : Politik steht hinter Plänen für zwei neue Altenheime

Gleich zwei neue Altenheime mit jeweils maximal 80 Plätzen will die Kempener Hospital-Stiftung bauen. Die Seniorenheime sollen im Neubaugebiet am Schmeddersweg als Ersatz für das Von-Broichhausen-Stift am Heyerdrink entstehen.

Die Politiker im zuständigen Ausschuss für Soziales und Senioren unterstützten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit großer Mehrheit die Pläne der Stiftung, die neben dem Von-Broichhausen-Stift auch das St.-Peter-Stift im Kempener Süden unterhält.

Wie mehrfach berichtet, muss die Stiftung einen Ersatzneubau für das Haus am Heyerdrink, das jetzt 50 Jahre besteht, errichten. Der Komplex kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr umgebaut werden, damit die notwendige Quote an Einzelzimmern erfüllt werden kann. Derzeit kann das Haus nicht voll belegt werden. Auf Dauer könnten Kempen 33 Altenheimplätze verloren gehen, wenn nicht eine entsprechende Neubaulösung realisiert wird. Stiftungsgeschäftsführer Jürgen Brockmeyer erläuterte im Ausschuss die Pläne und ging auf Fragen dazu ein. Dabei betonte er, dass es rechtlich zulässig und organisatorisch möglich sei, zwei weitgehend identische Häuser nebeneinander zu bauen. Sie sollen am Schmeddersweg gegenüber dem ehemaligen Sporthotel entstehen. Dort besitzt die Stiftung ein Grundstück. Das reicht aber für zwei Häuser nicht aus. Die fehlenden Flächen sollen im Zuge eines Grundstückstauschs mit der Stadt dazugewonnen werden.

Für die Parteien im Stadtrat gibt es derzeit keine Alternative zu dem vorgeschlagenen Weg. Gleichwohl kritisierten Sprecher aller Fraktionen im Sozialausschuss, dass die Stiftung viel zu lange mit der konkreten Planung für einen Ersatzneubau fürs Von-Broichhausen-Stift gewartet habe. Bekanntlich sind mehrere Varianten einer Ersatzlösung in den vergangenen Jahren diskutiert und wieder verworfen worden. Seit 1. August 2018 gilt für Altenheime eine besondere Gesetzeslage: 80 Prozent aller Zimmer müssen Einzelzimmer sein. Diese Quote erfüllte das Haus am Heyerdrink nicht. Daher mussten Doppel- in Einzelzimmer umgewandelt werden. Dadurch fehlen nun Betreuungsplätze. Mit den beiden Neubauten soll dieses Manko ausgeglichen werden.