Politik begrüßt, dass Grefrath sich um Landesgartenschau 2026 bewerben soll.

Grefrath : Gartenschau: Freude, keine Euphorie

Die Politik begrüßt die Entscheidung, dass Grefrath sich um die Landesgartenschau 2026 bewerben soll. Es wird aber gemahnt, die Folgekosten nicht aus dem Blick zu lassen.

And the Winner is . . . Grefrath. Die kleinste Kommune des Kreises Viersen soll Schauplatz der Landesgartenschau 2026 werden. Dafür sprachen sich Tourismusberater Christian Rast und Landschaftsarchitekt Clas Scheele aus Köln aus. Die Schau soll dezentral sein, auch andere Städte und Gemeinden können und werden sich beteiligen.

Bürgermeister Manfred Lommetz war überrascht, damit hätte er nicht gerechnet. Er bezog aber sofort die anderen Kommunen ein: „Ich denke, dass es für den Kreis Viersen insgesamt eine gute Entscheidung ist, sich mit dem Thema zu befassen.“ Er wird das Vorkonzept dem Rat vorlegen, „damit eine erste und seriöse Beratung stattfinden kann“. Bei einem positiven Ergebnis werde man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Bewerben kann man sich bis November 2021, eine Jury des Landes entscheidet im Jahr 2022.

Die Politik begrüßte die Entscheidung. Manfred Wolfers jun. (CDU), Mitglied des Gemeinderats und des Kreistags: „Die damit verbundenen Fördermittel, auch zur Sanierung und Aufwertung bisheriger Einrichtungen und Flächen, sind auf den ersten Blick eine sehr positive Option. Aber die Anzahl der Bewerber zu Landesgartenschauen waren bisher überschaubar; die Gründe sollten wir uns genau ansehen.“ Man müsse auch die Folgekosten im Blick haben. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Monhof war sehr angetan von der Nachricht: „Das ist eine Anerkennung für Grefrath.“ Auch er empfahl jedoch, an die Folgekosten für die Gemeinde zu denken. Man müsse jetzt schnell überlegen, wie man die Bürger informiert, ins Boot holt und mitnimmt.

Bereits 1970 hat in Grefrath eine Landesgartenschau stattgefunden, ihr verdankt die Niersgemeinde den Schwingbodenpark mit seinem Turm. Dort könnte 2026 das Zentrum der Schau sein, aber das ist Musik von morgen. Das dezentrale Konzept bringt es aber mit sich, dass auch andere Städte des Kreises ihre Stärken zeigen können. Landrat Andreas Coenen denkt etwa an ein Radwegeschnellnetz. Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen kündigte bereits an, Grefrath zu unterstützen. Er erhofft sich dauerhafte Verbesserungen in der Infrastruktur. Als Favorit galt eigentlich Kempen. Bürgermeister Volker Rübo nahm die Entscheidung eher zähneknirschend zur Kenntnis, lobt aber das dezentrale Konzept: „Ich sehe die Chance, dass wir uns als Nachbarn der Gemeinde Grefrath sehr eng einbinden werden.“

Auch die Wirtschaftsförderung ist guter Dinge: „Das ist eine Superchance für die Wirtschaft und den Tourismus“, sagt der Grefrather Wirtschaftsförderer Jens Ernesti. Für den Kreis Viersen betont Thomas Jablonski, dass der Effekt noch über zusätzliche Wirtschaftskraft durch die Besucher für Gastronomie und Einzelhandel hinausgehe: „Ich denke hier an die nachhaltige Entwicklung von brachliegenden Flächen und qualitativ hochwertiges Wohnen.“

Der EisSport & EventPark soll bei einer in Grefrath stattfindenden Landesgartenschau auch eine Rolle spielen. Details stehen naturgemäß noch nicht fest, aber Geschäftsführer Bernd Schoenmackers ist von der Vorstellung begeistert: „Daumen hoch! Wir haben von Anfang an signalisiert, dass wir Gewehr bei Fuß stehen.“ In dem Bereich herrsche die „geballte Power auf kleinem Raum“. Das Eissportzentrum hätte die Chance, sich einem völlig neuen Publikum zu öffnen.

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