Stadt Kempen: Plan für Sportpark liegt vorerst auf Eis

Stadt Kempen: Plan für Sportpark liegt vorerst auf Eis

Ein neuer Sportpark in St. Hubert lässt sich derzeit nicht realisieren. Ein Privateigentümer will sein Grundstück nur im Tausch gegen Flächen im Neubaugebiet "An der Mühle" an die Stadt abgeben. Das will aber die Stadt nicht.

Einen neuen Sportpark für die Vereine aus St. Hubert und Tönisberg wird es sobald nicht geben. Pläne der Stadt, auf einer 43.000 Quadratmeter großen Fläche im Südosten von St. Hubert im Bereich der Kreuzung Tönisberger Straße und Kempener Landstraße eine moderne Sportanlage mit Kunstrasenplatz, Umlaufbahn, Umkleidegebäude und Parkplätzen zu bauen, lassen sich vorerst nicht realisieren. Das geht aus der Beratungsvorlage von Sportdezernent Michael Klee für die nächste Sitzung des Kempener Sportausschusses am kommenden Dienstag, 6. März, hervor. Stattdessen könnte die Anlage eines Kunstrasenplatzes in Tönisberg schneller Realität werden.

Noch im Oktober vergangenen Jahres war die Euphorie bei den Sportlern, insbesondere den Fußballern, in St. Hubert groß, in absehbarer Zeit eine komplett neue Sportstätte im Kendeldorf zu erhalten. Mitte Oktober hatte die Stadtverwaltung dem Sportausschuss eine Vorlage zur Sportflächenentwicklung vorgelegt, die mehrere Optionen für die Sportvereine in St. Hubert und Tönisberg aufzeigte. Eine Variante war die Anlage eines neuen Sportparks im Südosten. Ein Teil der dortigen Fläche gehört dem Kreis, der Rest ist in Privatbesitz. Es wurden mögliche Baukosten ermittelt, auch ein möglicher Kaufpreis für das derzeit als Ackerfläche genutzte Gelände wurde genannt.

Nun teilt Sportdezernent Klee mit, dass der Ankauf des Grundstücks "aktuell nicht unmittelbar realisierbar" sei. Zwar stünde das Gelände weiterhin zum Verkauf. Doch der Privateigentümer will es nur verkaufen, um von dem Erlös im geplanten Neubaugebiet "An der Mühle/Auf dem Zanger" seinerseits Grundstücke zu erwerben. Doch dort möchte die Stadt bekanntermaßen selbst aktiv werden. Von daher scheinen Stadt und Privatbesitzer derzeit nicht auf eine einvernehmliche Lösung kommen zu können. Hinzu kommt, dass die Fläche im Südosten noch nicht erschlossen ist. So kommt Dezernent Klee zu dem Schluss: "Selbst bei günstigem zeitlichen Ablauf kann eine Entwicklungs- und Ausführungsplanung mit anschließender Umsetzung in St. Hubert nicht in diesem Jahr erfolgen." Denn auch an andere Stelle gibt es keine geeigneten Flächen für eine neue Sportanlage.

Die Stadt setzt daher zunächst auf die Umwandlung des Aschenplatzes im Sportpark Tönisberg in einen Kunstrasenplatz. Parallel will man aber die Entwicklung für St. Hubert im Blick behalten. Dem Sportausschuss liegen Kostenschätzungen für einen Kunstrasenplatz mit und ohne Laufbahn vor. Die Variante mit Kunststofflaufbahn für Leichtathleten würde demnach etwa 1,35 Millionen Euro kosten, die Variante ohne Laufbahn etwa 860.000 Euro. Der Sportverein Vf L Tönisberg will das Projekt gerne vorantreiben und hat daher vorgeschlagen, die Bewirtschaftung des Naturrasenplatzes auf dem Gelände an der Schaephyusener Straße selbst zu übernehmen. Am Bau des Kunstrasenplatzes soll sich der Verein nicht beteiligen, weil er nach Ansicht der Stadt bereits den Bau des Umkleidegebäudes 2012 selbst bewerkstelligt hat. Nach einem entsprechenden Beschluss könnte mit der Planung des Kunstrasenplatzes in Tönisberg begonnen werden. Ein Bau wäre dann im Laufe des kommenden Jahres 2019 möglich.

(RP)