Gemeinde Grefrath: Pläne für Niers stoßen auf Widerstand

Gemeinde Grefrath: Pläne für Niers stoßen auf Widerstand

Der Niersverband informierte die Grefrather Ortsbauernschaft über die geplante Renaturierung des Flusses. Die beiden Vertreter des Verbandes hatten bei den Landwirten einen schweren Stand. Das Vorhaben fand nur bedingt Zustimmung.

Es war keine leichte Aufgabe für die Vertreter des Niersverbandes am Donnerstagabend im Buschbäckerhof in Vinkrath. Zwei Experten erläuterten Landwirten aus der der Niersgemeinde ein Pilotprojekt — die Renaturierung und Flurbereinigung entlang der Niers vom Fritzbruch in Oedt bis zum Klärwerk Grefrath. Sie warben um Verständnis für das Vorhaben. Die gut drei Dutzend Landwirte standen in der überwiegenden Mehrheit dem Projekt aber sehr skeptisch gegenüber — eher ablehnend, als zustimmend.

Jörg Langner und Dr. Wilfried Manheller vom Niersverband erläuterten die Planungen, mussten sich jedoch immer wieder kritische Zwischenrufe gefallen lassen. Von einer "grünen Aue statt Beton", sprach Langner einleitend. Doch auch diese Aussage fand kaum Zustimmung bei den Landwirten. Langner verwies auf die Umsetzung des Masterplanes für das Niersgebiet, auf Vorgaben aus Brüssel und der Verträglichkeit der Einleitungen in die Niers.

Zu einem zentralen Thema entwickelte sich die Grundstückssituation. Der Niersverband möchte Flächen, die heute landwirtschaftlich genutzt werden, teilweise in die Renaturierung einbeziehen. In dem Plangebiet besitzt der Niersverband 23 Hektar. 82 Hektar werden für die Renaturierung benötigt.

  • Grefrath : Tote Ratten und Tauben in Niers

Die Landwirte befürchteten, dass ihnen "einmal mehr Land weggenommen werde". Der Niersverband will den betroffenen Landwirten Tauschflächen außerhalb des Plangebietes von etwa 37 Hektar anbieten. Immer wieder betonten die Verbandsvertreter, dass man sich derzeit erst in einer Projektphase befinde und dass auch noch kein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet worden sei. Ein Ziel sei es jedoch, ein Bodenordnungsverfahren in Gang zu bringen zur Beschaffung zusammenhängender Flächen. Es gebe derzeit, so Langner, "einen Flickenteppich", weil viele Eigentumsflächen nicht zusammenliegen.

"Wir Landwirte sind immer die Leidtragenden", hieß es aus den Reihen der Ortsbauernschaft. Die Wiesen würden nasser und könnten nicht geschnitten werden, weil das Wasser nicht ablaufe, wurde kritisiert. Außerdem gebe es immer wieder Zuständigkeitsprobleme zwischen dem Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers und dem Niersverband, wurde berichtet. Auch die angedachte Ausdehnung auf die zwei bis dreifache Breite der Niers fand wenig Gegenliebe. "Wenn die Flurbereinigung einmal läuft, dann hat der Landwirt keine Chance mehr", stelle ein Landwirt fest.

(mab)
Mehr von RP ONLINE