1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Pianist Marco Mezquida trat mit dem Flamencogitarristen Juan Gómez „Chicuelo“ in der Paterskirche auf

Paterskirche : Spitzentreffen von Jazz und Flamenco

Nach seinem Solo-Klavierabend im Februar 2017 brachte Marco Mezquida diesmal den Flamencogitarristen Juan Gómez „Chicuelo“ mit in die Paterskirche. Dieses Frühjahrs-Glanzlicht begeisterte das Kempener Publikum.

Nicht zum ersten Mal kam Marco Mezquida in die Kempener Paterskirche, er bestritt im Februar 2017 einen Solo-Klavierabend. Die Wiederkehr jetzt machte ihm spürbar Freude. Es sei ihm ein großes Vergnügen, meinte der spanische Pianist in seiner englisch gesprochenen Moderation, erneut in dieser „beautiful church“ spielen zu dürfen.

Kam er im Februar 2017 zu einem Solo-Klavierabend, so war jetzt für „Flamenco trifft Jazz“ eine Trio-Besetzung vorgesehen. Und da passierte zuvor das, was von Musikern normalerweise als Albtraum wahrgenommen wird. Einer der drei Mitspieler wurde krank und musste seine Mitwirkung absagen. Anstelle des erkrankten Paco de Mode übernahm Jacobo Sanchez die Rolle des Perkussionisten. Dabei zeigte sich ein großer Vorteil improvisierter Musik. Der Stellvertreter muss nicht alles nach Vorschrift machen, er kann seine eigenen Ideen ins Spiel bringen. Aber ganz so einfach war es doch nicht. Nicht alles war improvisiert. Es gab Absprachen, Abschnitte, Generalpausen und Tempoänderungen. Doch da waren keine Unsicherheiten festzustellen, da klappte alles wie am Schnürchen.

  • Der Künstler Gunter Demnig verlegte im
    Gegen das Vergessen : Neue App zeigt Texte und Bilder zu Stolpersteinen
  • Diese Helfer-Gruppe mit Mitgliedern des Kempener
    Anmeldeformular im Internet : Aktion „Frühjahrsputz“ in Kempen startet im März
  • Für Kinder zwischen fünf und elf
    Jetzt Termine im Kreis Viersen buchen : Weitere Impftermine auch für Kinder freigeschaltet

Die Kombination von Jazz und Flamenco lief nicht nach einem gleichbleibenden Schema ab. Tendenziell ließe sich vielleicht sagen, dass für den Jazz-Anteil vor allem der Pianist Marco Mezquida, für die Flamenco-Einfärbung der Gitarrist Juan Gómez, genannt „Chicuelo“ zuständig war. Aber das wurde nicht durchgängig gleich gehandhabt, die Rollen wurden auch getauscht. Dann jazzte der Gitarrist und die Flamenco-Rhythmen kamen vom Klavier.

Variabel wurde auch das Verhältnis von Absprache und Improvisation gehandhabt. Themen und variierende Improvisationen wurden nicht immer klar getrennt. Andererseits wurde auch nicht ausschließlich frei assoziiert. Aus vorgegebenen Motiven wurde spontan Neues entwickelt. Die Themen stammten vom Pianisten und vom Gitarristen.

Die Beherrschung der Instrumente ließ staunen. Auf seiner Gitarre spielte Chicuelo südspanische Klänge so, dass man glauben konnte, zwei Gitarristen zu hören – einen für die Melodie, den anderen für die Umspielungen.

Auf andere Art und Weise waren mitunter tatsächlich zwei Zupfinstrumente im Spiel. Mezquida war nicht nur ein souveräner Tastenlöwe, er erzeugte auch ungewohnte Klänge auf dem Klavier, indem er die Saiten seines Instrumentes zupfte. Solistische Freiräume blieben allen drei Mitspielern, um ihre Souveränität auszuspielen.

Für eine angenehme Atmosphäre sorgte zusätzlich eine unmerklich wechselnde dezent-farbige Beleuchtung der Paterskirche. Das Konzert war gut besucht, rund 170 Zuhörer waren gekommen. Sie fanden spürbar Gefallen an diesem Kultur-Extra-Konzert, applaudierten begeistert und durften noch zwei Zugaben hören.