Stadt Kempen: Pferdezüchter stellen ihre Fohlen vor

Stadt Kempen : Pferdezüchter stellen ihre Fohlen vor

Mehr als 50 Jungtiere wurden beim zweiten Fohlenchampionat des Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld in Kempen gezeigt. Das waren deutlich mehr als bei der Premiere im vergangenen Jahr. Die Schau macht sich einen Namen.

"Die Note für den Typ", kündigt Theo Lenzen über das Mikrofon an. Dabei blickt der Tierzuchtberater der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen und Geschäftsführer des Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld mit der gleichen Spannung zu den drei einzelnen Pavillons hinüber, wie die zahlreich erschienenen Besucher auf dem Gelände hinter der Reithalle des Reit- und Fahrvereins Schmalbroich-Kempen. In jedem der Pavillons, die in einigem Abstand zueinander auf der Längsseite des Platzes angeordnet sind, ist jeweils ein Richter mit einer Helferin zu sehen. Stifte flitzen übers Papier. Ein letzter Blick gilt dem Fohlen, das gerade mit seiner Mutterstute aus der abgesteckten Vorführfläche geführt wurde.

Dann gehen zeitgleich die Wertungstafeln hoch. Es herrscht Einigkeit. Die Nummer sechs, das Hengstfohlen von Züchterin Anette Luckfiel aus Kempen, erhält von Martin Spoo, Zuchtleiter des Rheinischen Pferdeverbandes, die Note 7,5. Auch von Paul Baune vom gleichnamigen bekannten Aufzucht- und Ausbildungsbetrieb aus dem Münsterland sowie dem bekannten niederländischen Hengsthalter Joop van Uytert gibt es diese Note. Bei der Note für den Typ gehen die Wertungstafeln zweimal mit der 7,5 und einmal mit der sieben in die Höhe. Das gilt auch für die Schrittnote. In der Bewertung für den Gesamteindruck sind sich alle drei Wertungsrichter ebenfalls einig. Die 7,5 ist dreimal zu sehen.

Kaum liegen die Notentafeln unten zieht schon das nächste Fohlen die Aufmerksamkeit der Juroren und der Besucher auf sich. Während die Stute im Trab über die Rasenfläche geführt wird, galoppiert das kleine, knapp zwei Monate alte Hengstfohlen um sie herum und macht sehr zum Vergnügen der Besucher so einige Kapriolen. Nichtsdestotrotz haben Spoo, Baune und van Uytert alles genau im Blick. Die Bewertung stellt kein Problem dar.

Fohlen folgt auf Fohlen, wobei in diesem Jahr mehr als 50 Jungpferde beim nunmehr zweiten Fohlenchampionat des Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld von ihren Züchtern vorgestellt werden. War es im vergangenen Jahr zur Premiere ein Auftakt mit 33 Fohlen, so hat es sich in Züchterkreisen herumgesprochen, dass es sich um eine attraktive Veranstaltung auf hohen Niveau handelt, die die Möglichkeit gibt, den Nachwuchs bereits früh im Jahr präsentieren zu können.

Zudem ist das Championat eine Plattform für Austausch und Vernetzung. "Es ist eine schöne Veranstaltung. Wobei ich es besonders begrüße, dass mit getrennten Richtern gearbeitet wird, die zudem nicht aus unserem Zuchtverband stammen, sondern unabhängig sind", lobt Nicole Junk aus Krefeld, die mit einem Stut- und einem Hengstfohlen in der Kategorie Reitponys an den Start geht. Das getrennte Werten von drei Fachleuten spricht auch Herman Arts an. "Das ist einfach gerechter. Ich war im vorigen Jahr nur als Zuschauer hier. In diesem Jahr stellen wir erstmals einen kleinen Hengst vor. Mal sehen, wie er sich gleich bewegen wird", sagt der Straelener, der sich mit Stute und Fohlen in Richtung Platzeinlass begibt.

Auf dem Platz werfen die drei Richter bei jedem Fohlen unabhängig voneinander ihr Fachwissen in die Waagschale, wobei sie die jeweiligen Fohlen nahezu gleich bewerten. Größere Notenabweichungen sind bei keinem Vierbeiner der Fall. Der Kategorie Reitponys schließen sich die Kategorie Warmblutfohlen springbetont, Hengste und Stuten gemischt sowie die Kategorien dressurbetonte Stutfohlen und dressurbetonte Hengstfohlen an.

"Dank der Unterstützung des Reit- und Fahrvereins Schmalbroich-Kempen haben wir hier optimale Bedingungen für unser Fohlenchampionat", lobt Theo Lenzen.

Der große Platz mit dem Rasenboden ist entsprechend für die Vorstellung der Fohlen abgeteilt, wobei aufgestellte Grünpflanzen und Blumen, dem Ganzen einen sommerlichen Anstrich geben. Besucher stehen in mehreren Reihen hinter den Absperrungen. Wer Glück hat, erwischt noch einen Stuhl in vorderster Reihe oder einen auf dem Wall, der den Springplatz vom Dressurviereck trennt. "Die vorgestellten Fohlen sind allesamt von sehr guter Qualität, wobei es sich bei den Ausstellern um 80 Prozent Gäste aus dem Rheinland und sogar einigen aus den Niederlanden handelt", sagt Experte Lenzen. Die restlichen 20 Prozent sind dem heimischen Kreispferdezuchtverein zuzuordnen.

(tref)