Stadt Kempen: Peterstraße: Lösung zeichnet sich ab

Stadt Kempen : Peterstraße: Lösung zeichnet sich ab

In die künftige Gestaltung der Bebauung an der Peterstraße in Kempen ist Bewegung gekommen. Investor Ralf Schmitz hat die seinerzeit umstrittenen Pläne modifizieren lassen. Hinter den Kulissen laufen nun die Gespräche.

Es ist längst noch nichts in trockenen Tüchern, aber die Signale deuten auf eine Lösung hin, mit der die Beteiligten leben können. Die Kempener Wohnungsbaugesellschaft Ralf Schmitz hat ihre Anfang des Jahres vorgelegten Pläne für eine neue Bebauung an der Peterstraße (Ecke Donkwall) überarbeitet und diskutiert sie derzeit im politischen Raum. Auch der Initiative "Denk mal an Kempen" hat Projektleiter Axel Schmitz die neue Planung bereits vorgestellt. Die Tendenz, dass es im zweiten Anlauf zu einer Neubebauung kommt, mit der sich die Beteiligten anfreunden können, ist nach Informationen der Rheinischen Post durchaus positiv.

Zur Erinnerung: In der Sitzung des damaligen Bau- und Denkmalausschusses des Kempener Stadtrates am 15. März hatte die Stadtverwaltung Pläne des Investors Schmitz vorgelegt, die eine neue Bebauung an der Peterstraße zwischen der Gaststätte "Haus Platen" und dem Donkwall vorsahen. Diese Pläne fielen bei den Ausschussmitgliedern nicht nur deshalb durch, weil die geplante Bebauung den Politikern zu wuchtig erschien. Einen Sturm der Entrüstung hatte bei Anwohnern und anderen interessierten Bürgern das Vorhaben ausgelöst, das seit Längerem leer stehende Haus Peterstraße 20 aus der Denkmalliste der Stadt Kempen herauszunehmen, um es im Zuge der Neubebauung komplett abzureißen. Eine Bürgerinitiative formierte sich, die sich seitdem unter dem Namen "Denk mal an Kempen" grundsätzlich für die Belange des Denkmalschutzes in der Thomasstadt einsetzt. Auch das Rheinische Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland trat auf den Plan. Die Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke hielt nach einem Besuch in Kempen an der vom Amt bescheinigten Denkmalwürdigkeit des Hauses Peterstraße 20 fest.

Bereits im März hatten die Denkmalpolitiker gefordert, der Investor möge eine neue Planung vorlegen, die vor allem die Kleinteiligkeit der Bebauung an diesem Straßenstück in der Kempener Altstadt berücksichtigt. Und die Firma Schmitz hat ihre Hausaufgaben gemacht. Inzwischen liegen ausgereifte Pläne vor, die Projektleiter Axel Schmitz in internen Zirkeln präsentiert. Dazu zählen die politischen Parteien und auch die Denkmalinitiative. Schmitz selbst äußert sich derzeit zum Stand der Gespräche nicht und lehnte auf eine entsprechende Anfrage der Rheinischen Post gestern jeden Kommentar ab.

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Auch die Denkmalinitiative, die Axel Schmitz in der vergangenen Woche bei einem turnusmäßigen Treffer der rund 40 Mitglieder zu Gast hatte, verzichtet derzeit auf eine öffentliche Stellungnahme oder gar Bewertung. Nach Informationen der Rheinischen Post gibt es in den Reihen der Initiative zu den neuen Schmitz-Plänen kein einheitliches Meinungsbild. Eine Mehrheit der Mitglieder, die bei dem Treffen dabei waren, scheint sich aber mit dem Vorhaben indes einverstanden zu erklären. Ziel ist es, zumindest die denkmalwerte Fassade des Hauses Peterstraße 20 in irgendeiner Form zu erhalten und in die neue Bebauung einzugliedern.

In den kommenden Wochen will Investor Schmitz seine neuen Pläne in der Öffentlichkeit vorstellen. Bis dahin wird Axel Schmitz noch etliche Gespräche führen. Für ihn ist vor allem wichtig, einen breiten Konsens für die neuen Pläne zu erreichen. Die Chancen stehen dafür nicht schlecht - die Zuversicht ist durchaus vorhanden, für die Peterstraße eine angemessene Lösung zu finden. Denn die leer stehenden Gebäude - etwa die ehemalige Metzgerei Horten - entwickeln sich zusehens zu einem Schandfleck. Auch das missfällt vielen Bürgern.

(RP)
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