Gemeinde Grefrath: Paten wollen Leselust wecken

Gemeinde Grefrath : Paten wollen Leselust wecken

Gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule Viersen startet das Grefrather Bündnis für Familie eine Premiere. Erstmals wird ein Seminar in Sachen Vorlesen angeboten. Das hilft unter anderem bei der Buchauswahl.

Leseprojekte der unterschiedlichen Art gibt es viele im Kreis Viersen. Neue Wege geht nun das Grefrather Bündnis für Familie, koordiniert von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Grefrath, Annemarie Quick. "Wir wollten nicht einfach einen Aufruf für Lesepaten starten und ehrenamtliche Lesepaten gewinnen. Wir möchten möglichen Lesepaten, aber auch Eltern und Großeltern, die den eigenen Kindern beziehungsweise Enkelkindern vorlesen, Lesehilfen geben", erklärt Quick.

Viele praktische Tipps

Die Idee: Ein Seminar, das sich rund ums Vorlesen dreht. Oft wissen Vorlesende nicht genau, ob das Buch für das Kinderalter geeignet ist, oder woran es liegt, wenn der kleine Zuhörer schnell die Lust verliert, und wie man einfach spannender und unterhaltsamer vorlesen kann. Mit der Idee eines Vorleseseminars trat Annemarie Quick an die Kreisvolkshochschule (VHS) Viersen heran. Dort war man begeistert und gemeinsam inszenierte man das Vorleseseminar, bei dem Fragen beantwortet und viele praktische Tipps und Hintergrundinformationen rund um das Thema Vorlesen gegeben werden.

Referentin ist die Krefelder Bibliothekspädagogin Ingeborg Hollstein. An zwei aufeinanderfolgenden Samstagen im September soll in Grefrath Vorleselust geweckt werden. Im Anschluss an die beiden Termine referiert Quick über die geplanten Lesepatenprojekte in Grefrath. Das Seminar selber umfasst insgesamt zehn Stunden, wobei die Kosten bei 65 Euro liegen.

Das Grefrather Bündnis für Familie hat sich dabei etwas besonderes einfallen lassen. "Wer das Seminar besucht und sich im Anschluss bereit erklärt, Lesepate zu werden, bekommt von der Gemeinde Grefrath die Hälfte der Kursgebühr erstattet", sagt Annemarie Quick.

Individuelle Absprache

Ihren späteren Leseeinsatz in Kindergärten, Grundschulen oder bei besonderen Events sprechen die künftigen Lesepaten individuell mit der Gemeinde ab. Es gibt kein verpflichtendes Stundenkontingent oder dergleichen. Jeder kann sich so einbringen, wie er oder sie Zeit und Lust hat. "Je früher mit dem Vorlesen begonnnen wird, um so eher kann man die Kinder selber fürs Lesen begeistern. Die richtige Lesetechnik spielt dabei eine wichtige Rolle", betont Katja Schulte, Vorsitzende des Mütter- und Familienzentrums M.u.m., das zum Bündnis für Familie gehört.

Dass Kinder oft beim Lesen schnell gelangweilt sind, kann Karin Füser vom Familienzentrum Villa Kunterbunt, ebenfalls Mitglied im Bündnis, feststellen. Oft gelte es mit einer DVD zu konkurrieren und das sei nicht immer einfach. Dabei macht Vorlesen jede Menge Spaß. Und wenn man weiß, wie es besonders gut geht, dann gibt es auch jede Menge Leselust statt Lesefrust, so die Organisatoren des Projektes.

(tref)
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