Parkprobleme am Banhof Kempen: Anlieger der Schorndorfer Straße kritisieren Stadt

Kempen : Der Parkdruck am Bahnhof wächst

Anwohner und Geschäftsleute der Schorndorfer Straße in Kempen fordern eine schnelle Lösung für das Parkproblem. Wenn das neue Teilrathaus im November eröffnet wird, werde sich die Situation weiter verschärfen, sagen sie.

Montagmorgen gegen 7.30 Uhr: Autofahrer sind auf der Suche nach einem Parkplatz auf der Schorndorfer Straße. Seitdem der provisorische Schotterparkplatz vor dem Arnoldgebäude, in dem sich das Kempener Finanzamt befindet, weggefallen ist, stellt sich dieses Bild fast an jedem Morgen dar. Anwohner und Mitarbeiter der Büros, Praxen und Firmen, die auf dem ehemaligen Arnoldgelände am Kempener Bahnhof arbeiten, sind genervt. Der Parkdruck ist enorm. Denn auch die Zahl der Berufspendler, die vom Kempener Bahnhof aus mit der Bahn zur Arbeit nach Krefeld oder Düsseldorf wollen, finden bei dem immer knapper werdenden Angebot kaum noch einen Stellplatz.

Am vergangenen Freitag wurde Richtfest für die drei neuen Bürohäuser gefeiert, in die im November 2019 Mitarbeiter der Stadtverwaltung einziehen werden. Die Gebäude wurden auf dem ehemaligen Behelfsparkplatz vor dem Arnoldgebäude, in dem sich das Finanzamt befindet, errichtet. Diese kostenfreien Stellplätze, von Pendlern und Berufstätigen mit Arbeitsplatz im Umfeld gern genutzt, stehen seit dem Baubeginn im Sommer 2018 nicht mehr zur Verfügung. Es gibt Ausweichplätze am Areal von Kerzen Engels, ebenfalls an der Schorndorfer Straße. Dort muss aber fürs Parken gezahlt werden.

Anwohner sind genervt. „Diese Entwicklung war doch absehbar“, sagt Udo Kadagies, der mit seiner Frau Gisela im Haus Schorndorfer Straße 12 wohnt. Das Ehepaar Kadagies, das sich in der Kempener Kommunalpolitik bei den Freien Wählern engagiert, hatte bereits frühzeitig bei der Stadt auf die Problematik hingewiesen. Es gab Gespräche im Rathaus und mit Nachbarn vor Ort. Ordnungsamtsleiter Ulrich Eckerleben ließ daraufhin zusätzliche Schilder aufstellen. Denn auch mit dem Tempo 30 auf der Straße nehmen es viele Autofahrer nicht so genau.

Wenn die Stadtverwaltung Ende 2019 die neuen Bürogebäude bezogen hat, wird die Parkplatzsuche für die Besucher im Arnoldviertel noch schwieriger. Foto: Norbert Prümen

Kadagies wies auch im Planungsausschuss des Stadtrates frühzeitig auf das Parkproblem am Bahnhof hin. „Immerhin rund 70 Stellplätze sind durch die neue Bebauung weggefallen“, sagt Kadagies. Sein Eindruck: Der kostenpflichtige Parkplatz am Engels-Gelände wird noch zu wenig genutzt.

Viele in dem Bereich ansässige Unternehmen haben für ihre Mitarbeiter dort bereits Stellplätze angemietet. Aber für Besucher gibt es nur wenige Firmenparkplätze. „Die Situation wird sich noch verschärfen, wenn ab November auch die Stadtverwaltung hier mit ihren Ämtern vertreten ist“, sagt Steuerberater Martin Beyel, der mit Partnern an der Schorndorfer Straße 17 ein Büro betreibt. Im Nachbarhaus betreibt Ruud Stefelmans ein ambulantes Gesundheitszentrum. „Wir haben zwar acht eigene Kundenparkplätze, aber die reichen manchmal nicht aus. Schon jetzt finden viele unserer Patienten keinen Parkplatz in der Nähe. Etliche sind gehbehindert, und für sie ist das dann schon schwierig, zur Therapie zu uns zu kommen“, sagt Stefelmans. Dabei hatte er zunächst gehofft, mit seinem Praxisumzug an die Schorndorfer Straße auch bessere Parkmöglichkeiten für Mitarbeiter und Patienten zu finden.

Das von der Kempener Politik vorgeschlagene Parkdeck sehen viele Anlieger der Schorndorfer Straße kritisch. „Das kommt für uns doch zu spät. Bis darüber entschieden ist und es dann gebaut ist, das dauert doch Jahre“, meint Stefelmans. Er wünscht sich, dass der Bahnhaltepunkt in Voesch reaktiviert wird und dort ein Park&Ride-Platz für Pendler gebaut wird.

Udo Kadagies hat festgestellt, dass viele Pendler aus dem südlichen Kreis Kleve vom Kempener Bahnhof aus mit dem Zug zur Arbeit fahren, weil sie dann in einer günstigeren Tarifzone unterwegs sind. Viele parken ihre Autos an der Schorndorfer Straße. Martin Beyel kritisiert schließlich, dass die Stadt für diesen Bereich überhaupt kein Parkraumkonzept habe. „Wenn die städtischen Ämter hier sind, brauchen die Mitarbeiter und die Besucher schließlich auch noch Parkplätze. Wie soll das gehen?“, fragt er.

Mehr von RP ONLINE