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Kreis Viersen: „Parfum“ als Sondermüll verbrannt

Kreis Viersen : „Parfum“ als Sondermüll verbrannt

Der Krefelder Zoll hat jetzt in einer Aktion Duftwasser-Plagiate im Wert von 650 000 Euro vernichtet. Die Sendung war den Beamten am Altweiberdonnerstag 2008 am Zollamt Schwanenhaus in Leuth aufgefallen.

Es waren rund 15 000 Flakons namhafter französischer und deutscher Hersteller, die die Zöllner am 31. Januar misstrauisch machten. Ein Grund: Die wohlriechenden Wässer waren größtenteils in China produziert worden. Die Flakons gelangten über die Vereinigten Arabischen Emirate in die Niederlande und wurden von dort nach Deutschland transportiert. Ein Viersener Handelsunternehmen hatte die Düfte für den Verkauf auf dem europäischen Markt, vorrangig in Deutschland, bestellt. Nach Prüfung der Waren und Kontakt mit den europäischen Rechte-inhabern bestätigte sich der Verdacht der Zöllner: Es handelte sich um Plagiate. Sie zogen die Flakons aus dem Verkehr und stellten sie sicher.

Arbeitsplätze gefährdet

Am Dienstag dieser Woche vernichtete das Hauptzollamt Krefeld die gefälschten Produkte. Sie wurden als Sonderabfall in der Müllverbrennungsanlage in Herten verbrannt. Die Kosten dafür trägt der Importeur. Der Handelswert der Originalware hätte rund 650 000 Euro betragen. Für die Fälschungen hatte der Viersener rund 5500 Euro bezahlt. So wurde zum Beispiel ein Duftwasser für 0,33 Euro pro Flakon eingekauft. Die Originalware würde im Handel 45 Euro kosten. Schätzungen gehen davon aus, dass durch Produktpiraterie alleine in Deutschland 70 000 Arbeitsplätze gefährdet sind. Produktpiraten beuten fremde Ideen aus, ohne selbst in die Entwicklung zu investieren. Damit verzerren sie den Wettbewerb und schädigen das Ansehen bekannter Hersteller. „Für die Verbraucher können manche der vermeintlich günstigen Produkte sogar gefährlich werden“, warnt Zollsprecher Alwin Bogan. „Schlecht nachgemachte Arzneimittel oder minderwertige Fahrzeugteile bergen Risiken, die niemand auf den ersten Blick einschätzen kann.“ Auf Importeure gefälschter Waren können Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Markenrecht und erhebliche privatrechtlichen Forderungen der Rechteinhaber zukommen.

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Die Einfuhrkontrollen des Zolls sind eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Produktpiraten. 2007 wurden die Zöllner bundesweit in 7752 Fällen fündig und beschlagnahmten gefälschte Waren im Wert von 425,7 Mio. Euro.

(RP)