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Kreis Viersen: Orkan tötet einen Feuerwehrmann

Kreis Viersen : Orkan tötet einen Feuerwehrmann

Ein 39-jähriger Feuerwehrmann aus St.Tönis ist gestern Abend von einem Baum erschlagen worden. Er starb noch am Unglücksort, seine Kameraden stehen unter Schock. Die Wehrleute waren zu einem Sturmeinsatz am Feldburgweg in St.Tönis gerufen worden, um auf die Straße gestürzte Bäume zu beseitigen. Dabei kippte ein weiterer Baum auf das Opfer.

Ein 39-jähriger Feuerwehrmann aus St. Tönis ist gestern Abend von einem Baum erschlagen worden. Er starb noch am Unglücksort, seine Kameraden stehen unter Schock. Die Wehrleute waren zu einem Sturmeinsatz am Feldburgweg in St. Tönis gerufen worden, um auf die Straße gestürzte Bäume zu beseitigen. Dabei kippte ein weiterer Baum auf das Opfer.

Zu den näheren Umständen des schrecklichen Unglücks zwischen 18.30 und 18.45 Uhr konnte sich Kreisbrandmeister Klaus-Thomas Riedel gestern Abend noch nicht äußern. Zu tief sitzen Schock und Trauer bei allen Feuerwehrmännern. Riedel zog den Löschzug St. Tönis von den Sturmeinsätzen ab, die Willicher Kameraden übernahmen dessen Aufgaben. Notfallseelsorger kümmerten sich intensiv im St. Töniser Gerätehaus um die Männer. Riedel forderte ein Spezialistenteam von der Feuerwehr Düsseldorf zu ihrer psychologischen Betreuung an.

Am Abend war der Sturm Kyrill im Kreis Viersen zum Orkan geworden. An einem Bauernhof in Vorst-Kehn hielten Teile einer Scheune den Orkanböen nicht stand. Die Mauern brachen auf vielen Metern zusammen, weitere Teile drohten einzustürzen. Vieh kam nicht zu Schaden. In Oedt, Butzenstraße, stürzte ein Baum auf eine Stromleitung und mit ihr auf einen Pkw. Außerdem blockierte ein umgekippter Baum die Mühlengasse. In Voesch sicherte die Feuerwehr gegen 18.15 Uhr das Dach einer Werkstatt, in Willich das eines Gebäudes am Siemensring. In der Stadt Willich fiel von 17 Uhr bis 19.25 Uhr der Strom aus, offenbar hatte ein Baum eine Hochleitung zerrissen.

Außerdem waren Polizei und Feuerwehr in Willich an mehreren Gefahrenstellen wegen umgeknickter Bäume und herabfallender Dachziegel im Einsatz. Zweimal drohten Bäume in Willich und Tönisvorst auf Häuser zu kippen, in Anrath wackelte eine Ampel bedenklich. In Kempen waren sechs Gehwege von umgestürzten Bäumen und die Bahngleise an der Hülser Straße von Ästen zu befreien. In Grefrath stürzten vier Bäume um, in Tönisvorst drei. Die Feuerwehr zersägte und räumte die Stämme. Im Viersener Ortsteil Hamm fegte der Sturm das Flachdach der Grundschule herunter.

Schon tagsüber richtete der Orkan schwere Schäden an. Zwischen St. Tönis und Kempen musste die Polizei die Landstraße L 362 ab 13.30 Uhr sperren, weil der Sturm einen Lkw ins Schleudern brachte, der sich daraufhin quer zur Fahrbahn drehte. Der Fahrer blieb unverletzt. Stunden dauerten die Arbeiten, um das elf Tonnen schwere Gefährt auf die Straße zu setzen.

Bei einem weiteren Unfall in St. Tönis wurde ein Pkw-Fahrer aus Willich leicht verletzt. Ein 39-jähriger Kempener wollte gegen 10.10 Uhr mit seinem Lkw in den Tempelweg einbiegen. Dabei rutschte er mit seinem Fahrzeug in den Gegenverkehr. Der Sturm machte es ihm unmöglich, den Lastwagen wieder unter Kontrolle zu bekommen, sodass er mit dem Pkw eines 54-jährigen Willichers zusammenstieß.

Im Nahverkehr der Deutschen Bahn, darunter auf der Strecke Kleve-Kempen-Krefeld, kam es durch Äste und Bäume auf den Gleisen zum Komplettausfall, als die Bahn ihren Verkehr ab 17.45 Uhr einstellte. Pendler nach Kempen mussten in Krefeld den Zug verlassen.

Berichte zur Sturmbilanz auch auf

rp-online.de/regional

(RP)