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Orgelpunkt in Kempen: Eine Fülle von Klangfarben, Tempi und Dynamik

Orgelkonzert in Kempens St. Mariae : Durchdringende Fülle von Dynamik und Klang

Die Albiez-Orgel in Kempens Kirche St. Mariae Geburt stand im Mittelpunkt des Orgelpunktes. Die Klangweite der Orgel erfüllte jeden Winkel der Kirche mit beeindruckender Dynamik.

Eine junge Orgel im Gewand der Renaissance: die Albiez-Orgel, 1979 eingeweiht, stand am Sonntagnachmittag im Mittelpunkt des „Ökumenischen Orgelpunktes“. Gut 50 Gäste hatten sich in der Kirche St. Mariae Geburt eingefunden und genossen das, was über so viele Monate hinweg nicht möglich war: ein Orgelkonzert live gespielt. Ein bisschen wie Weihnachten und Ostern zugleich fühlte und hörte es sich an, als zu Beginn des Konzertes unter den Händen und Füßen der Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Kempen, Stefanie Hollinger, Bachs Präludium und Fuge Es-Dur, BWV 552, erklang.

Nicht umsonst wird die Orgel als die Königin der Instrumente bezeichnet: Präludium und Fuge erfüllten den Raum bis in den letzten Winkel. Die für Bach typische Phrasierung und Strukturierung seiner Kompositionen konnte man zuhörend förmlich vor dem inneren Auge sehen.

Der erste ökumenische Orgelpunkt sollte ursprünglich, so erklärte der Organist der Gemeinschaft der Gemeinschaft Kempen/Tönisvorst, Christian Gössel, in seiner Begrüßung, ein Orgelweg sein. Dieser hätte die Orgelfans von der einen zur anderen Orgel in Kempen geführt, wo sie dann eine Kostprobe gehört hätten. Die Pandemie machte eine Änderung des Plans notwendig, und so erlebten die Gäste am Sonntagnachmittag in St. Mariae Geburt ein konzentriertes Konzert.

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Nach Stefanie Hollinger nahm Christian Gössel an der Orgel Platz. Mit „Apparatus musico-organisticus“ trug er ein Hauptwerk von Georg Muffat vor, einem deutsch-französischen Komponisten und Organisten des Barock sowie das „Capriccio sopra il Cucu“ von Johann Kaspar Kerll, einem heute fast vergessenen Organisten, Cembalisten und Komponisten. Sein Stück über den Kuckuck versetzte den Zuhörer unvermittelt in die Natur, in der ein einzelner Kuckuck ganz zart, fein und behutsam ruft. Auch so kann Orgel klingen.

Ute Gremmel-Geuchen, Konzertorganistin und Titularorganistin der Kempener Paterskirche, widmete sich in ihrem Beitrag dem Pfingsthymnus „Veni Creator Spiritus“. Der Hymnus des französischen Barockkomponisten Nicolas de Grigny verbindet die Interpretation durch die Orgel mit Gesang, den Christian Gössel übernahm. Gremmel-Geuchen beendete den Orgelpunkt mit dem „Choral varié sur le theme du Veni creator, op.4“ des jüngsten Komponisten Maurice Duruflé, der von 1902 bis 1986 lebte. Die bekannte Melodie des Veni creator zog sich durch eine Fülle von Klangfarben, Dynamiken und Tempi und endete fulminant.

(b-r)