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Orgelkonzert in der Kempener Propsteikirche mit Schola Juvenalis & Ansgar Wallenhorst

Orgelkonzert in der Kempener Propsteikirche : Verkünder einer Glaubenswahrheit

Der Ratinger Kantor Ansgar Wallenhorst und die „Schola Juvenalis“ gestalteten in der Kempener Propsteikirche eine „Musikalische Vesper zum Fronleichnamsfest“.

Fronleichnam (= Leib des Herrn), der Festtag, an dem Katholiken ihren Glauben an die Gegenwart Christi in der geweihten Hostie prozessierend nach draußen tragen, musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen, bestenfalls in spärlich besetzte Kirchen verlegt werden. So war die „Musikalische Vesper“ mit Fronleichnamsgesängen und passenden Orgelwerken, die der Kantor und die Choralschola der Ratinger Kirchengemeinde St. Peter und Paul in der Kempener Propsteikirche boten, hoch willkommen.

Die Kirche war so gut besetzt, wie es in Corona-Zeiten erlaubt ist, und Propsteikantor Christian Gössel, der die Verbindung nach Ratingen hergestellt hatte, begrüßte mit spürbarer Freude die Zuhörer. Pfarrer Wolfgang Acht, der schon häufiger Kirchenkonzerte mit tiefgreifenden theologischen, doch immer knapp gefassten Gedanken bereichert hatte, tat dies auch an diesem Abend und las außerdem (in der deutschen Übersetzung) Auszüge der drei Fronleichnamshymnen des Dominikaners Thomas von Aquin (1225-1274): „Pange lingua“ (Preise Zunge das Geheimnis), „Adoro te devote“ (Gottheit tief verborgen) und „Lauda Sion Salvatorem“, dessen Inhalt in etwa dem bekannten Lied „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ entspricht, sowie die Gründonnerstags-Antiphon „Ubi caritas et amor“ (Wo die Güte und die Liebe, da ist Gott).

Die „Schola Juvenalis“ – vier jüngere Sänger, unauffällig geführt von ihrem (mitsingenden) Leiter Christian Siegert, füllten in vorbildlicher Homogenität die ehrwürdigen gregorianischen Gesänge mit Leben und vermochten es, bei ihren Zuhörern konzentrierte Ruhe zu erzeugen. Ansgar Wallenhorst, ein international gefragter Konzertorganist und Improvisator, bereicherte, indem er sich mit der Schola abwechselte, mit Sätzen des Hymnus „Pange lingua“ von Nicolas de Grigny (1672-1703) den ersten Vortrag der Vesper und fand für Jean Langlais’ (1907-1991) „Méditation“ optimal passende Klangfarben, die anmuteten, als würden sie hinter einem Gazeschleier erklingen.

Eindrucksvolle Klangballungen verlangt Olivier Messiaen (1908-1992) in seinem Opus „Adoro te devote“, und überwiegend helle Register machten „Le Dieu caché“ (Der verborgene Gott) besonders hörenswert. Die umfangreiche Fronleichnamssequenz gestalteten die Sänger und der Organist dann wieder im Wechsel und schufen einen festlichen Abschluss dieser bemerkenswerten Vesper. Die Besucher sparten nicht mit anerkennendem Applaus.