Orgelbau im Unterricht der Gemeinschaftsgrundschule St. Hubert

St. Hubert : Orgel-Kids bauen sich ein Instrument

In der St. Huberter Grundschule  haben die Mädchen und Jungen gelernt, wie eine Orgel funktioniert. Anschließend bauten sie sich selber eine – in Mini. Organist Stefan Thomas half ihnen dabei.

Im Medienraum der Gemeinschaftsgrundschule St. Hubert steht ein Gerät, das nicht nur aussieht wie eine Miniorgel, sondern auch tatsächlich eine ist. Stefan Thomas, Organist in der katholischen Gemeinde St. Hubertus, spielt probeweise eine Melodie auf der kleinen Tastatur an und ruft begeistert aus: „Wir haben eine Orgel gebaut.“ Die Kinder der Klasse 4 b applaudieren lautstark. In nicht einmal 90 Minuten haben die Kinder nicht nur die wichtigsten theoretischen Grundlagen über den Aufbau einer Orgel gelernt, sondern diese selbständig zusammengebaut. Effektiveres Lernen gibt es wohl kaum.

Die niederländische Orgelbaufirma Verschueren hat zu diesem Zweck eine Miniorgel entwickelt, die – in ihre hölzernen Einzelteile zerlegt – in einen großen Metallkoffer passt. Der kursiert im Moment täglich zwischen den Kempener Organisten Christian Gössel, Stefanie Hollinger, Ute Gremmel-Geuchen und Stefan Thomas, die damit alle vierten Klassen der Grundschulen auf Kempener Gebiet besuchen. Erstmals macht in diesem Jahr auch der Organist Heinz-Peter Kortmann in Hüls mit. Später werden die Kinder dann bei einem Besuch in den jeweiligen Kirchen auch eine große Orgel erleben und das Gelernte anwenden können. Stefan Thomas gefällt sein Ausflug in die Schulwelt sehr: „Das macht irre Spaß“, sagt er. Und das gilt wohl auch für die Kinder, die mit nicht nachlassendem Interesse dabei sind. Zunächst erläutert der Profi den Kindern, was eine Orgel ist und aus welchen Teilen sie sich zusammensetzt. Beinahe selbstverständlich fallen Begriffe wie Pfeifen, Manual und Pedal. Er hat eine echte Pfeife mitgebracht und bläst hinein, denn: „Ohne Wind läuft nix.“ Knifflig ist die Frage nach dem für die Metallpfeife verwendeten Material. Die Kinder rätseln so lange herum, bis er ihnen verrät, dass es sich um Zink handelt. Ein relativ weiches Material, mit dem sich über eine gerollte Öffnung die Pfeife ganz genau stimmen lässt.

Kantor Stefan Thomas erklärt den St. Huberter Grundschülern, wie genau eine Orgel funktioniert. Foto: Wolfgang Kaiser

Erstaunen ruft die Tatsache hervor, dass die Orgel in der Kirche über 2000 Pfeifen verfügt und alle Blasinstrumente und viele Streichinstrumente stimmlich nachahmen kann. Die Kinder sind beeindruckt davon, dass sie wegen ihrer Größe und Lautstärke als „Königin der Instrumente“ bezeichnet wird und dass eine große Orgel mehrere Millionen Euro kostet. So vorbereitet stürzen sie sich mit Feuereifer in den Aufbau „ihrer“ eigenen Orgel. Ein Team, es sind übrigens nur Jungens, kümmert sich um den Aufbau des äußeren Rahmens. Zwei andere Teams sortierten die Tasten und Pfeifen. Dann steht der noch leere Rahmen. Er ist über ein graues Rohr verbunden mit den beiden Blasebälgen, die mit Handgriffen in Aktion versetzt werden können. Die Kinder hängen die Tasten ein, stecken die Pfeifen in die oberste Ebene und los geht’s. „Luft bitte, Herr Kalkant“, ruft das Kind an den Manualen. Und während der Partner auf der anderen Seite gleichmäßig pumpt, ertönen die noch ungelenken Klänge auf der kleinen „Königin der Instrumente“.

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