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Ordnungsamt entfernt Plakate von Corona-Leugnern in St. Hubert

Wildes Plakatieren in St. Hubert : Vandalismus von mutmaßlichen Corona-Leugnern

Unbekannte haben in St. Hubert Plakate aufgehängt, die mutmaßlich Corona-Leugnern zugeschrieben werden können. „Ab hier herrscht Gehirntragepflicht“ und „Dieser Bereich ist Corona-Maßnahmen-frei“ ist darauf unter anderem zu lesen.

Wie eine RP-Leserin aus St. Hubert berichtet, habe sie die laminierten Ausdrucke am Montagabend beim Spaziergang mit dem Hund an Laternen am Blumenweg entdeckt. „Ich bin entsetzt, dass Menschen sich berufen fühlen, so etwas aufzuhängen“, sagt die Anwohnerin. Eine Meinung zu haben, sei völlig in Ordnung, aber dann könne derjenige auch seinen Namen darunter setzen, findet sie. Der fehlt allerdings.

Die Plakate hingen am Dienstag „quer durchs Dorf“ und seien teilweise unter die Scheibenwischer von Autos in Einfahrten geklemmt worden, berichtet die Anwohnerin.

„Das ist nicht gestattet“, stellt ein Mitarbeiter des Kempener Ordnungsamtes klar. Noch am Dienstagabend rückten Mitarbeiter aus, um alle Straßen in St. Hubert abzufahren und die Plakate abzunehmen. Laut Anwohnerin befanden sich Ausdrucke etwa am Sportplatz und an einem Spielplatz.

Die laminierten Zettel seien laut des Ordnungsamtsmitarbeiters wildes Plakatieren und deswegen verboten – unabhängig vom Inhalt. Wer Plakate legal anbringen wolle, brauche dafür eine Sondernutzungserlaubnis. Sollte der Verursacher etwa durch Zeugen ermittelt werden können, müsse er mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro rechnen.

Der Vorfall sei der erste dieser Art in Kempen, berichtet der Mitarbeiter. Bislang sei aber die Beschilderung, die zum Maskentragen in der Innenstadt hinweist, mehrfach überklebt oder beschmiert worden.

(emy)