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Online-Tool aus Kempen: Firmen können Holland-Tauglichkeit testen

Online-Tool : Firmen können Holland-Tauglichkeit testen

Mehrere deutsche Unternehmen nutzen bereits ein Online-Befragungstool, das die Fontys-Hochschule Venlo und das Technologie- und Gründerzentrum in Kempen gemeinsam entwickelt haben.

„Internationalisierungsscan“ nennen die Experten ein Online-Befragungstool, das aus einem „Deutschland-Scan“ der Venloer Unternehmerschaft „Ondernemend“ hervorging und mit dessen Hilfe die „Niederlande-Tauglichkeit“ deutscher Unternehmen der Grenzregion getestet werden soll. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) und die Fontys International Business School in Venlo zeichnen für das neue Medium verantwortlich.

Die Hochschule Venlo hat im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) eine Niederlassung. Dort gab es im Februar dieses Jahres eine Auftaktveranstaltung, bei der zahlreiche Unternehmen aus dem Kreis Viersen Interesse bekundeten. Mit der Hilfe des „Internationalisierungsscans“ sollen kleine und mittlere Firmen in die Lage versetzt werden zu analysieren, ob ihr Betrieb für die Aufnahme geschäftlicher Beziehungen in die Niederlande geeignet ist oder nicht. Die ganze Befragung, die insgesamt für die Firmen dank der Finanzierung durch das Interreg-Programm kostenlos angeboten wird, dauert nur fünf Minuten. Ein Jahr läuft dieses gemeinsame Projekt, bei dem die Fontys der „Lead-Partner“ ist. Ziel ist es, zehn Betriebe oder mehr aus der deutschen Grenzregion einzubinden, sieben haben bisher schon ihre Teilnahme fest zugesagt.

Henry Walboomers von der Fontys betont die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Kooperation mit den passenden Worten: „Ein guter Nachbar ist besser als ein Freund in der Ferne.“ Und weiter: „Es ist für uns ein Wunsch, dass die andere Seite der Grenze in Zukunft tatsächlich als Teil unserer gemeinsamen Region gesehen wird.“

Der „Internationalisierungsscan“ solle keine einmalige Übung bleiben, sagt Walboomers. Jetzt gehe es bei dem Projekt darum, erst einmal den richtigen Weg für die deutschen Firmen in den Markt des Nachbarlandes zu finden. Leider wüssten die deutschen Betriebe häufig zwar die Namen von niederländischen Institutionen, nicht aber, was genau sich dahinter verberge. Da gelte es aufzuklären. Das gilt für den Bereich der Banken wie auch für die Wirtschaftsförderung gleichermaßen.

Armin Möller, der das Vorhaben bei der WFG betreut, weist darauf hin, dass man den deutschen Firmen helfen möchte, den niederländischen Markt besser zu verstehen. Bisher wüssten deutsche Unternehmen häufig nicht genug über die Systematik in den Niederlanden. Es gehe darum, Sprachregelungen verständlich zu machen und anzupassen und den deutschen Betrieben mehr Kenntnis über das dortige Arbeitsrecht, über das unterschiedliche Ausbildungssystem, über steuerliche und soziale Aspekte des Nachbarlandes zu vermitteln und vor allem bei der Behebung des Fachkräftemangels zu helfen.

Unter den Unternehmen, die sich im Moment am Befragungstool beteiligen, sind Firmen aus dem produzierenden Gewerbe, dem Bereich der Technologie, dem Maschinenbau, aber auch ein Umweltbüro, eine Rechtsanwaltskanzlei und ein Ingenieurbüro.

Mit dem Online-Tool werden Sprachkenntnisse abgefragt und Fragen zum Bildungssystem, zu Mitgliedschaften in deutsch-niederländischen Netzwerken sowie zu institutionellen Unterschieden gestellt. Nachdem die Unternehmen den Fragebogen abgeschickt haben, erhalten sie eine individuelle Analyse. Davon abhängig wird dem Betrieb ein konkretes Maßnahmenpaket angeboten, das Anregungen enthält, wie das Unternehmen den niederländischen Markt für sich erschließen kann. Natürlich werden die Ergebnisse des Fragebogens vertraulich behandelt.

Unternehmen, die ihre „Niederlande-Tauglichkeit“ testen lassen möchten, erhalten nähere Informationen bei Armin Möller von der WFG Kreis Viersen: Telefon 02162 8179-106 oder per E-Mail an armin.moeller@wfg-kreis-viersen.de.