Oedter Ehepaar Pfeifer rettet erkrankte Enten

Gelungene Rettungsaktion : Oedter Ehepaar hat Enten wieder aufgepäppelt

Bei Birgit und Dirk Pfeifer hat die Zahl der Hausgäste abgenommen. Das Oedter Ehepaar beherbergte 26 erkrankte Enten. Vier sind noch vor Ort.

Im Garten von Birgit und Dirk Pfeifer ist leises Geschnatter zu hören. Vier Enten sind im Gänsemarsch unter dem großen Trampolin unterwegs. Das ist mit Kaninchendraht zum Auslauf umfunktioniert worden. Die Ente zupfen Gras, bedienen sich an dem angebotenen Körnerfutter, trinken Wasser und putzen sich in aller Ruhe. „Dass sich die Tiere erholen würden, hätten wir vor knapp zwei Wochen nicht gedacht. Da haben wir um jede einzelne Ente gebangt“, sagt Birgit Pfeifer. Sie und ihr Mann Dirk kümmerten sich um einen großen Teil erkrankter Enten, die aus der Niers gerettet worden waren. Die Enten litten an Lähmungserscheinungen, die durch den Botulismus-Erreger ausgelöst wurden. Sie waren erkrankt.

Die Pfeifers versorgten die Enten anfangs im Zweistundentakt mit Elektrolyten, wobei das Gemisch aus Wasser, Traubenzucker und Salz über einen Schlauch in den Schnabel gegeben wurde. Bis zu 24 Enten waren es zeitweise, um die sich das Oedter Ehepaar kümmerte. Dann kamen weitere Pflegestellen dazu, die einen Teil der Enten übernahmen. Die meisten Enten sind inzwischen wieder ausgewildert. Die vier bei den Pfeifers gehören zu den letzten, die noch entlassen werden müssen. „Sie sind noch etwas wackelig auf den Beinen. Aber in ein paar Tagen geht es auch für sie wieder in die Freiheit“, sagt Dirk Pfeifer.

Jeden Abend kommen die vier Enten aus ihrem Auslauf, um in ihr Nachtquartier in Hundeboxen zu wechseln. Mit ihnen ziehen sie in den ausgeräumten Fahrradschuppen, wo ein dickes Heubett auf sie wartet. Morgens geht es dann wieder in den Auslauf, wobei dort auch ein Planschbecken aufgebaut wird, damit die Enten schwimmen können. „Wir haben uns in den vergangenen 14 Tagen komplett auf die Enten eingestellt. Wobei wir uns unseren Urlaub allerdings anders vorgestellt hatten. Mit dem ersten Urlaubstag sind die Enten nämlich bei uns eingezogen“, sagt Dirk Pfeifer.

Was die Pfeifers freut, ist die Tatsache, dass bis auf fünf Enten alle Pflegetiere überlebt haben. Wobei das Ehepaar eine sehr nette Begegnung hatte. „Uns besuchten zwei ältere Damen aus Kempen, die sich für unseren Einsatz bedankten und uns eine Entchen-Karte mit 20 Euro schenkten. Das fanden wir einfach nur supernett“, sagt Birgit Pfeifer. Für sie und ihren Mann war sofort klar, dass sie den Tieren helfen wollten. Bislang unklar ist allerdings, was das Ergebnis der Wasserprobe ergeben hat, die der Verein „Notfelle Niederrhein“ an einem auffälligen Nebengewässer der Niers entnahm und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen wie auch dem Nabu Grefrath zukommen ließ. „Merkwürdig ist, dass Anwohner kurz darauf einen Lkw des Niersverbandes an dem Gewässer gesehen haben und dieses Gewässer nun eindeutig klarer ist, als es zuvor war“, berichtet Nadine Ehms von „Notfelle Niederrhein“. Anscheinend wusste der Niersverband über Problematiken, die bislang nicht bekannt geworden sind.

Mehr von RP ONLINE