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Oedt: FDP-Bezirksparteitag Niederrhein wählt Vorstand neu

FDP-Parteitag in Oedt : Bezirksparteitag: FDP grenzt sich klar von AfD ab

In Grefrath-Oedt wurde jetzt der Vorstand der Liberalen am Niederrhein neu gewählt. Dietmar Brockes aus Brüggen bleibt Bezirkschef. Stellvertreter sind Otto Fricke, Michael Terwiesche und Wilhelm Bies.

Der Parteitag des FDP-Bezirksverbandes Niederrhein sollte bereits im März stattfinden. Wegen des Corona-Lockdowns musste er aber verschoben werden. Am Freitagabend kamen nun 80 Delegierte aus den Kreisen Kleve, Viersen und Wesel sowie den kreisfreien Städten Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach in der Oedter Albert-Mooren-Halle zusammen.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem Neuwahlen. Die gingen glatt über die Bühne, es gab keine spannenden Zweikämpfe. Vorsitzender bleibt der Landtagsabgeordnete Dietmar Brockes aus Brüggen. 79 Delegierte gaben ihre Stimme ab, 63 wählten Brockes, zwölf stimmten mit Nein, es gab vier Enthaltungen. „Das ist ein ehrliches, gutes Ergebnis“, kommentierte Brockes später die Abstimmung im Gespräch mit unserer Redaktion. Sein Stellvertreter bleibt der Bundestagsabgeordnete Otto Fricke aus Krefeld. Weitere Stellvertreter sind Michael Terwiesche und Wilhelm Bies. Boris Gulan bleibt Kassierer. Als Schriftführerin wurde Gudrun Grimpe-Christen im Amt bestätigt. Eric Scheuerle löst Felix Grams als Pressesprecher ab.

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Der ungewöhnlich große Abstand von anderthalb Jahren zur letzten Bezirksverbandsversammlung war erforderlich, weil noch die Europawahlen aufgearbeitet wurden. Was Brockes bedauert: „Die FDP vom Niederrhein ist leider nicht im Europaparlament vertreten.“ Die Kommunalwahlen seien für die Liberalen „sehr durchwachsen“ ausgefallen: „Wir haben schon mehr erwartet“, erklärte Brockes und differenzierte: „Wir haben etwas zugelegt, wo wir vorher eher schwach waren, und haben dort verloren, wo wir stärker waren.“ Was ihm aufgefallen ist: „In den ländlichen Bereichen haben wir viele Stimmen an Wählergemeinschaften verloren.“ Es müsse hierzu eine Gegenstrategie entwickelt werden. Die Wählergemeinschaften verkauften ihre Überparteilichkeit als Stärke, dabei fehlten Kontakte zur Kreis- und zur Landesebene. Landtags- und Bundestagsabgeordnete müssten auf diese Vorteile aufmerksam machen und vor Ort Präsenz zeigen.

Zu viel Harmonie wirkt langweilig. Dem Delegierten Holger Ellerbrock aus Duisburg war es zu verdanken, dass es zu vorgerückter Stunde doch noch kontrovers zuging. Verschiedene Delegierte hatten einen Antrag gestellt als eine Art Brandmauer gegen die AfD. Anlass war die Wahl von Thomas Kemmerichs (FDP) zum thüringischen Ministerpräsident mit den Stimmen der AfD. Eine große Mehrheit folgte dem Antrag mit einem umfassenden Bekenntnis gegen Rechts. Eine Kernaussage: „Mit der AfD verbinden uns keine gemeinsamen Werte. Kooperationen mit der AfD lehnen wir ab.“ Daniel A. Dick erläuterte als einer der Antragsteller, dass es unter anderem zu verhindern gelte, dass AfD-Leute die FDP unterwandern. Ellerbrock scheiterte mit seinem Änderungsantrag, sich auch von der Partei „Die Linke“ klar zu distanzieren. „Wir haben bereits festgelegt, keine Koalition mit den Linken einzugehen“, erklärte ein Delegierter.