Kempen : Neurologie am Kempener Hospital wird sehr gut angenommen

Seit Anfang 2019 gibt es am Hospital zum Heiligen Geist eine neue Fachabteilung. Die Auslastung sei gut, sagt Klinik-Geschäftsführer Thomas Paßers.

„Unser neues Team leistet hervorragende Arbeit. Wir sind mit dem Start unserer Neurologie sehr zufrieden“, sagt Thomas Paßers, Geschäftsführer des Kempener Krankenhauses, im Gespräch mit unserer Zeitung. Am 1. Januar 2019 hat das neu zusammengestellte Ärzteteam um Chefarzt Privatdozent Dr. Lars Wojtecki seine Arbeit in der neuen Fachabteilung des Hospitals zum Heiligen Geist aufgenommen. Damit wurde das seit den 1990er-Jahren bestehende Leistungsspektrum der neurologischen Frührehabilitation deutlich erweitert. Das Kempener Krankenhaus ist die erste Klinik im Kreis Viersen, die nun eine eigene Neurologie hat.

Frührehabilitation und Akutbehandlung neurologischer Patienten wurden verschmolzen. „Seit Februar ist die Auslastung unserer neuen Abteilung schon sehr gut. Damit hatten wir erst für die zweite Jahreshälfte 2019 gerechnet“, sagt Paßers. Der Zuspruch bei niedergelassenen Spezialisten sei sehr positiv. In Kempen würden zudem bereits etliche Patienten betreut, die vom Uni-Klinikum Düsseldorf zur Weiterbehandlung überwiesen wurden. Da zahlten sich die guten Kontakte von Chefarzt Wojtecki zu seinem früheren Arbeitgeber – der Privatdozent war zuletzt am Uni-Klinikum Düsseldorf Geschäftsführender Oberarzt – aus, meint Paßers.

Aus Sicht der Kempener Krankenhausleitung – das Hospital gehört seit Anfang 2012 zur privaten Klinikgruppe Artemed – will man beim Ausbau der neuen Fachabteilung behutsam vorgehen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren insbesondere auch die Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten anbieten zu können. Bislang gibt es im Haus an der Von-Broichhausen-Allee 1 dafür weder die technischen Voraussetzungen noch die notwendigen Genehmigungen der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf. Das Verfahren ist kompliziert. Größere Kliniken wie die in Krefeld oder Mönchengladbach sind für Patienten aus dem Kreis Viersen in der Regel erste Anlaufstellen für die Behandlung von akuten Schlaganfällen. In Kempen, aber auch am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Viersen, müssen Schlaganfallpatienten nach einer ersten Behandlung an die Großkliniken weiter geleitet werden. Notwendig ist für die Behandlung eine sogenannte Stroke Unit. Die gibt es in Kempen nicht, in Viersen gibt es sie zwar, sie kann aber wegen einer fehlenden neurologischen Abteilung im AKH nur eingeschränkt genutzt werden.

Zurück zum Kempener Hospital: Erfolgreich angelaufen ist in der Neurologie die Behandlung von Parkinson-Patienten. Chefarzt Wojtecki gilt als Experte auf diesem Gebiet. Hier plant das Krankenhaus sogar einen Forschungsschwerpunkt. Parkinson ist eine Erkrankung, die in Zeiten des demografischen Wandels weiter zunimmt.