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Neues städtebauliches Entwicklungskonzept für Oedt

Oedt : Oedt bekommt eine „Neue Mitte“

Das städtebauliche Entwicklungskonzept wird Schritt für Schritt umgesetzt. Dabei fließen Millionen an Landesmitteln. Um die Albert-Mooren-Halle ins rechte Licht zu setzen, sollen drei Häuser abgerissen werden.

Dank der ISEK-Förderung (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) arbeiten derzeit Gutachter, Sachverständige, kommunalpolitische Arbeitskreise und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung daran, die beabsichtigten Änderungen in Oedt schrittweise auf den Weg zu bringen. Ein Knackpunkt der Maßnahmen ist die Neugestaltung des Oedter Marktplatzes, parallel dazu soll das optische Erscheinungsbild dort entscheidend verbessert werden. Es geht vor allem um den Abriss von drei Häusern, Hochstraße 22, 24 und 26, die nach Ansicht der Verwaltung derzeit eine „Barriere“ zwischen Marktplatz und Albert-Mooren-Halle darstellen würden. Eine „Neue Mitte“ müsse her.

     Zugunsten eines Vorplatzes für die Albert-Mooren-Halle, so die Überlegungen, sollen die Häuser an der Hochstraße 22 bis 26 abgerissen werden.
Zugunsten eines Vorplatzes für die Albert-Mooren-Halle, so die Überlegungen, sollen die Häuser an der Hochstraße 22 bis 26 abgerissen werden. Foto: Norbert Prümen

Auch der Fachausschuss sprach sich jetzt einmütig für den Eingriff in die alte Bausubstanz aus und will das Änderungsverfahren des betreffenden Bebauungsplanes einleiten – weg von einer Wohnbebauung in diesem Teilbereich, hin zu einer Grün- und Aufenthaltsfläche. Die betroffenen Hauseigentümer sind derzeit erheblich verunsichert, wohl auch einige Mieter. „Gibt es dort wirklich noch Mieter, oder stehen die drei Häuser komplett leer?“, fragte lediglich Bettina Wimmer (Grüne) nach. Bauamtsleiter Norbert Enger konnte diese Frage nicht beantworten: „Die Verhandlungen führt derzeit unser Wirtschaftsförderer Jens Ernesti.“ Auch die SPD möchte dies jetzt noch geklärt haben. Im Konzept sind für den Erwerb der drei Grundstücke insgesamt 238.000 Euro eingeplant. Dieser Betrag wird von den Betroffenen als viel zu gering angesehen. Im Ort spricht man sogar schon von einer möglichen „Zwangsenteignung“, dazu will es aber die Verwaltung unter keinen Umständen kommen lassen.

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Beabsichtigt ist ferner, dass sich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auch einige Straßenführungen der Ortsdurchfahrt etwas verändern. Hierzu wird die Verwaltung bald den Planungsauftrag (inklusive Umgestaltung Kirchplatz, Hochstraße und Johann-Fruhen-Straße) an ein geeignetes Ingenieur-Büro vergeben. Der Fachausschuss war mit dieser Verfahrensweise einverstanden und wird jetzt regelmäßig über die Verfahrensschritte informiert.

Hugo Bellgardt (SPD) führte noch aus, dass demnächst jeder Anwohner selbst zur Verschönerung des Oedter Ortsbildes beitragen könne. Dazu werde bei der Gemeindeverwaltung noch so eine Art Verfügungsfonds eingerichtet. Dann könnten Einzelanträge auf Zuschüsse für kleine Verschönerungen, beispielsweise durch die Aufstellung und Pflege von Blumenkübeln, gestellt werden. Hierzu kündigte Bauamtsleiter Enger aber noch nähere Informationen an.

Enger ging dann noch auf einige bereits beschlossene Maßnahmen in der Gemeinde Grefrath ein und gab entsprechende Zwischenberichte. Für die LED-Beleuchtung an den Schulen gehe jetzt die entsprechende Ausschreibung heraus. Der neue Physikraum an der Sekundarschule stehe jetzt kurz vor der Fertigstellung, mit der Abnahme rechnet Enger in der nächsten Woche. Bei der Erweiterung des Kindergartens in Oedt würden derzeit, so Enger, die zuständigen Planer die Machbarkeitsstudie erstellen.

Und außerdem habe man den Abriss eines ehemaligen Flüchtlingshauses am Reinersbach und stattdessen dort den Neubau eines Mehrfamilienhauses für den sozialen Wohnungsbau auf der Agenda. Enger geht optimistisch davon aus, dass schon bald die ersten Ausschreibungen für den Abriss des Hauses und für den Rohbau herausgehen würden.