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Neues Kreisarchiv Viersen: Baustart nach den Sommerferien

Stadt Viersen erteilt Baugenehmigung : Archiv: Baustart nach den Ferien

Die Baugenehmigung für das 8,6-Millionen-Euro-Projekt ist da. In Viersen-Dülken ist nach den Sommerferien der Spatenstich für das neue Kreisarchiv. Der Umzug von Kempen ist für 2021 geplant.

Die Stadt Viersen hat dem Kreis die Baugenehmigung für den geplanten Neubau des Kreisarchivs am Ransberg im Stadtteil Dülken erteilt. Susanne Fritzsche, Technische Beigeordnete der Stadt Viersen, überreichte das Dokument Landrat Andreas Coenen persönlich im Kreishaus. „Die Baugenehmigung ist viel mehr als eine Formalie, es ist der Startschuss für unser Bauvorhaben“, sagte der Landrat. „Nun können wir loslegen.“ Nach den Sommerferien soll es den symbolischen ersten Spatenstich geben.

Der Rohbau für das neue Kreisarchiv soll im kommenden Jahr fertig gestellt werden. Der Innenausbau des viergeschossigen Gebäudes ist für die erste Jahreshälfte 2021 vorgesehen. Der Kreis steht zeitlich unter Druck: Rund 8,6 Millionen Euro soll der Neubau (ohne Grundstück) kosten; allerdings sind Fördergelder des Landes NRW von fünf Millionen Euro eingeplant. Die fließen aber nur, wenn das Archiv rechtzeitig fertig wird.

Auf einer Brutto-Grundfläche von gut 3700 Quadratmetern soll der Archivbau entstehen. Einstimmig hatte die Jury für den Entwurf von Bernd Vollkenannt von DGM Architekten aus Krefeld votiert: Außen einladend durch viel Glas, innen werden die Archivalien in einer Art Tresorraum sicher verwahrt, der einem Bergfried nachempfunden ist. Bei konstant 18 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von wenigstens 40 Prozent, aber keinesfalls mehr als 55 Prozent – Schimmelgefahr! Aktuell wird das Grundstück für die Erdarbeiten vorbereitet. „Mit der Baugenehmigung können wir nun nach den Sommerferien den ersten Spatenstich planen“, sagte Bruno Wesch, Leiter des Gebäudemanagements des Kreises Viersen. Zudem werden aktuell die ersten Ausschreibungen veröffentlicht. Das Gebäudemanagement arbeitet an den Ausschreibungen zu Erd-, Maurer- und Betonarbeiten, Aufzugsanlage, Brunnenanlage sowie Blitzschutz- und Erdungsanlage. Die vergangenen Wochen hatten die Mitarbeiter unter anderem genutzt, um den Wärmeschutznachweis und die statische Prüfung abzuschließen.

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Ein „digitaler Zwilling“ des neuen Kreisarchivs liegt mit dem Planungsverfahren des Building Information Modeling (BIM) bereits auf dem Server. Dort sind alle relevanten Bauwerksdaten zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung erfasst. Beeindruckend sind vor allem die Zahlen zur Energieversorgung: Mit Wärmepumpe, Eisspeicher und Kraftdach erfüllt das Kreisarchiv die Anforderungen an das Erneuerbare-Energie-Wärme-Gesetz zu rund 300 Prozent. Der zulässige Primär­energiebedarf wird um 45,2 Prozent unterschritten. Das Kreisarchiv wird nach den Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung errichtet. Landrat Coenen: „Mit dem Projekt unterstreichen wir unsere Vorreiterrolle im nachhaltigen Bauen.“

Nach der Fertigstellung des Neubaus soll das Kreisarchiv, das derzeit noch in der Kempener Burg untergebracht ist, nach Viersen umziehen. Anschließend übernimmt die Stadt Kempen die historische Landesburg als neuer Eigentümer vom Kreis Viersen. Eine entsprechende Vereinbarung sieht zudem vor, dass die Kreisvolkshochschule als Ankermieter in die Burg einzieht. Es gibt erste Ideen zur künftigen Nutzung des Wahrzeichens. Es könnte etwa das Kempener Standesamt dort untergebracht werden. Auch eine Gastronomie ist denkbar. Dazu hatte die Stadt Kempen eine Machbarkeitsstudie bei dem Dortmunder Planungsbüro Assmann in Auftrag gegeben.

In Stein gemeißelt sind diese Ideen indes nicht. Das hat die Kempener Politik bereits betont. Sie will die Bürger in jedem Fall an dem Verfahren beteiligen.