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Stadt Kempen: Neues Hallenbad für 7,5 Millionen Euro

Stadt Kempen : Neues Hallenbad für 7,5 Millionen Euro

Die Stadtwerke Kempen wollen das "Aqua Sol" weiter modernisieren. Geplant ist eine neue Schwimmhalle mit Fitnessbecken. Es soll im 50-Meter-Außenbecken entstehen. Das wird aufgegeben. Baubeginn ist im Herbst.

Die Verantwortlichen sind von dem Weg, den sie nun beschreiten wollen, überzeugt. Gestern stellten die Stadtwerke Kempen ihre Investitionen in eine dauerhaft erfolgreiche Zukunft des Badezentrums "Aqua Sol" an der Berliner Allee vor. Die Stadtwerke als Badbetreiber wollen dafür sehr viel Geld in die Hand nehmen. Rund 7,5 Millionen Euro soll der Neubau für ein neues Hallenbad samt Fitnessbecken und neuem Kleinkinderbereich kosten. Baubeginn soll im Herbst dieses Jahres sein, mit der Fertigstellung wird für Frühjahr 2020 gerechnet.

Die Stadtwerke hatten die renommierte Unternehmensberatung Altenburg aus Düsseldorf mit einem Gutachten beauftragt. Dietmar Altenburg sieht in dem Neubau des Hallenbades eine große Chance, das Badezentrum, das wie viele Bäder bundesweit seit Langem ein Zuschussbetrieb ist, für die Zukunft attraktiver und vor allem wirtschaftlicher zu machen.

Am Mittwochabend hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke abschließend über das Vorhaben beraten. Und Aufsichtsratsvorsitzender, Bürgermeister Volker Rübo, ist überzeugt, dass "wir damit die Zukunft des Bades sichern", wie er gestern bei einem Pressegespräch sagte.

Die Besucherzahlen sind in den vergangenen Jahren sowohl im Hallenbad als auch im Freibad kontinuierlich gesunken. Klar ist, dass die 1971 gebaute Schwimmhalle saniert werden muss. Der von den Stadtwerken beauftragte Architekt Dirk Neugebauer aus Waltrop bei Dortmund, ein Spezialist im Badbaubereich, kam zu dem Ergebnis, dass eine Modernisierung des alten Hallenbades unterm Strich aufwendiger und damit kostspieliger wäre als ein Neubau. Das alte Bad ist nicht barrierefrei, mit dem Neubau können die Stadtwerke dieses wichtige Ziel dagegen erreichen.

Der Clou an dem Projekt: Die neue Schwimmhalle nebst separatem Bad für Wassergymnastik und Aqua-Fitness soll im bestehenden 50-Meter-Außenbecken entstehen. Statisch sei dies kein Problem, so der Architekt. Auch eine neue, 85 Meter lange Rutsche soll dort entstehen. Der Bereich des heutigen Solebades und das Kleinkinderbecken werden umgebaut, es soll ein Wintergarten zum Ganzjahres-Außenbecken hin entstehen.

Die Aufgabe des großen Außenbeckens geht einher mit einer Reduzierung der Außenflächen des Freibades, denn auch die Beachvolleyballfelder werden für den Neubau benötigt. Das bedeutet: Das Kempener Freibad setzt sich kleiner. Aber das, so versichern die Verantwortlichen, sei kein Problem. Denn die Besucherzahlen seien auch im Freibad nicht mehr so hoch wie noch in den Anfängen des Bades in den 1970er- und 1980er-Jahren. Damals besuchten in Spitzenzeiten bis zu 8500 Badegäste pro Tag das Kempener Freibad, heute sind es maximal 5500 Besucher, wie Badleiter Wolfgang Werthschulte erklärte. 2016 gab es nur an sechs Tagen in den Sommermonaten mehr als 4000 Besucher. Die Umstrukturierung des "Aqua Sols" soll daher mit einer Reduzierung die Öffnung des Freibades auf die Monate Juni bis August einhergehen. Derzeit ist von Mai bis September Sommersaison. Experte Altenburg sieht darin kein Problem, denn das Verhalten der Badegäste habe sich bundesweit gewandelt. Das Interesse an einem Schwimmbadbesuch sei heute nicht mehr so groß wie früher.

Die baulichen Verbesserungen im "Aqua Sol" wollen die Stadtwerke mit besonderen Angeboten wie kostenlosem Wasserfitnessprogramm oder kostenlosem Frühstück für frühe Gäste der Sauna begleiten. Die Öffnungszeiten werden modifiziert. Schul- und Vereinssport sollen weiterhin möglich sein, die Eintrittspreise stabil bleiben. Nur den traditionellen Burgsprint im 50-Meter-Außenbecken wird es in der bisherigen Form in diesem Sommer zum letzten Mal geben.

Der Neubau soll im laufenden Betrieb erfolgen. Die alte Schwimmhalle wird während der Bauzeit weiter zur Verfügung stehen. Ein Abriss ist vorerst nicht geplant.

(RP)