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Neues Begegnungszentrum in St. Hubert ist fertig

Kempen : Neues Begegnungszentrum in St. Hubert ist fertig

Der Umbau des früheren Förderschulanbaus ist abgeschlossen. Die Stadt Kempen investierte 250.000 Euro in das „Johannes-Hubertus-Haus“, wie der neue Name des Begegnungszentrums lautet.

Was jetzt noch fehlt, sind die Besucher, die das neue Begegnungszentrum der Stadt Kempen in der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule nutzen. Doch wegen der Corona-Pandemie dürfen die in den vergangenen sechs Monaten neu gestalteten ehemaligen Räume der früheren Förderschule am Hohenzollernplatz 19 im Kempener Stadtteil St. Hubert derzeit nicht genutzt werden. Gleichwohl wurde mit der Fertigstellung ein besonderes Kapitel in der jüngeren Kempener Stadtgeschichte beendet.

Zur Erinnerung: Um diese Einrichtung, für die sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise der damalige Sozialdezernent Michael Klee mächtig ins Zeug gelegt hatte, entwickelte sich zunächst ein verwaltungsinterner Disput zwischen Klee und dem damaligen Technischen Beigeordneten Stephan Kahl. Es ging darum, ob der Altbau der ehemaligen Schule, für dessen Umbau Klee Fördermittel des Landes beschafft hatte, das Begegnungszentrum innerhalb einer vorgegebenen Frist realisiert werden könnte. Das Ergebnis: Das Projekt ließ sich wegen der Überlastung des Kempener Hochbauamtes mit anderen wichtigen Aufgaben nicht fristgerecht umsetzen, der Zuschuss musste zurückgezahlt werden.

Das ist längst Schnee von gestern. Die Initiative „Kempen hilft“ ist mit ihren Räumen vom Provisorium im mehr als 100 Jahre alten Altbau in den Schulerweiterungsbau von 1963 umgezogen. Im Erdgeschoss befinden sich seit 2019 zwei Großtagespflegeeinrichtungen, in denen Kleinkinder von Tagesmüttern betreut werden. Außerdem ist hier ein Multifunktionsraum, der für die Betreuung derjenigen Besucher der Einrichtung gedacht ist, die in den Klassenräumen in der ersten Etage in Sprachkursen Deutsch lernen. „Kempen hilft“ organisiert diese Kurse speziell für Flüchtlinge.

Wie Bürgermeister Volker Rübo bei einem Pressetermin im „Johannes-Hubertus-Haus“, so lautet der neue Name des Begegnungszentrums, weiter mitteilte, können die Räume auch von örtlichen Vereinen oder den ZWAR-Gruppen in St. Hubert genutzt werden. Auch die Kreisvolkshochschule hat Interesse, hier Kurse anzubieten. In einem Raum wurde eine großzügige Küche eingerichtet. Sie eignet sich auch für Kochkurse.

Nähere Informationen zur Nutzung des Begegnungszentrums gibt es bei „Kempen hilft“ per E-Mail an: kempenhilft@kempen.de oder unter Telefon 02152 962170 (Anrufbeanworter ist geschaltet).

Und was wird nun aus dem Altbau der Schule? Hier hat das St. Huberter Amateurtheater „Kendel-Bühne“ noch seine Probenräume. Auch der örtliche Heimatverein hat in einem Anbau Räume. Denkbar ist nach Angaben des Kempener Bürgermeisters, dass in die leer stehenden Räume nach einer Renovierung die Jugendfreizeiteinrichtung „Calimero“ oder der Kindergarten „Tabaluga“ einzieht. Beide sind im Komplex des ehemaligen Jugendamtes an der Antoniusstraße untergebracht. Die Gebäude gelten als marode, der Standort hat in der jetzigen Form wohl keine Zukunft. Über mögliche neue Pläne wird der neue Stadtrat nach der Kommunalwahl beraten und entscheiden.

Kommentar: Am Ende zog die Politik die Reißleine