St. Hubert : Amprion stellt Stromtrassen vor: Entscheidung erst im nächsten Jahr

Im St. Huberter Forum und im Verwaltungsgebäude Vorst konnten sich Bürger über die geplante Stromautobahn in der hiesigen Region informieren.

Das Interesse war nicht gerade groß, als Mitarbeiter des Unternehmens Amprion die geplanten Varianten für die künftige Stromtrasse im Kreis Viersen erläuterten. Nur wenige Besucher kamen am Mittwochabend ins St. Huberter Forum. Sie wollten allerdings genau wissen, ob sie als Grundstückseigentümer vom Bau der Stromfernleitung unmittelbar betroffen sind. Für den Bereich Kempen gibt es derzeit zwei Varianten, die der künftige Netzbetreiber Amprion der Bundesnetzagentur vorgeschlagen hat. Die von Amprion bevorzugte Trasse würde Kempen im Westen tangieren. Und genau da liegt der Knackpunkt. Denn bekanntlich plant die Stadt im Westen einen neuen Stadtteil. Unklar ist derzeit, wie die Stromtrasse verlaufen wird. Es gibt derzeit nur einen 1000 Meter breiten Korridor, in dem das Stromkabel in der Erde verlegt werden soll.  Dabei sind Abstandsflächen zur nächsten Bebauung einzuhalten, beim Bau selbst 35 Meter, später 24 Meter. Ist das Kabel in zwei Meter Tiefe verbaut, kann die Fläche darüber zwar nach ein- bis zweijähriger Renaturierung wieder landwirtschaftlich genutzt werden, aber eine Bebauung ist nicht möglich. Auch Bäume oder Sträucher können auf dem Schutzstreifen, der auch im Falle von Wartungsarbeiten am Erdkabel genutzt werden soll, nicht gepflanzt werden.

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In Kempen stehen die Planungen des neuen Stadtteils im Westen noch ganz am Anfang. Aber Parteivertreter, die zur der Info-Veranstaltung ins St. Huberter Forum gekommen waren, ließen schon mal durchblicken, dass man bei der Variante im Kempener Westen da genau hinschauen müsse. Eine Alternative im Osten von St. Hubert, etwa auf Hülser Gebiet, wäre da den Kempenern schon lieber.

Stichwort St. Hubert: Hier laufen die Vorbereitungen zum Bau der Erdgasfernleitung Zeelink bereits. Diese wird unter anderem das Naturschutzgebiet „Tote Rahm“ zwischen St. Hubert und Tönisberg unterirdisch queren.

Zurück zur Stromautobahn: Amprion wird in diesem Jahr die örtlichen Gegebenheiten genauer unter die Lupe nehmen. Über die endgültige Trasse entscheidet die Bundesnetzagentur. Das erforderliche Planfeststellungsverfahren könnte in der zweiten Jahreshälfte 2020 beginnen. 2023 soll dann feststehen, wo genau die Stromtrasse verlaufen wird. Ziel von Amprion ist es, 2025 die hiesige Verbindung in Betrieb nehmen zu können.