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Stadt Kempen: Neue Mietwohnungen in Innenstadtnähe

Stadt Kempen : Neue Mietwohnungen in Innenstadtnähe

Auf dem seit langem brach liegenden Firmengelände an der St. Huberter Straße baut der Kempener Investor Bernd Kanders.

Unübersehbar tut sich etwas an der St. Huberter Straße am Rande der Kempener Innenstadt. Schon lange geplant werden auf einem ehemaligen Fabrikgelände unmittelbar am Bahnübergang Wohnungen entstehen. Der Kempener Unternehmer Bernd Kanders bebaut das Areal neu. Die Abrissbagger sind schon seit einiger Zeit am Werke, um die alten Gebäude abzureißen. "Es musste endlich was geschehen", sagt Investor Bernd Kanders. Sehr lange war das Gelände, dass sich entlang der Bahnstrecke hinzieht, schon in mehr oder weniger marodem Zustand ohne Nutzung - für einen Grundstücksinhaber keine gute Option.

So sollen die neuen Mietshäuser aussehen. Sie passen sich im Stil an die bereits vorhandenen Neubauten im Bahnhofsviertel an. Foto: thelen/Kanders

Aber jetzt liegt die erste Baugenehmigung vor. Nach dem Abriss hofft Kanders, dass es im Herbst mit dem Neubau losgehen kann. Geplant sind drei Häuser mit 15 Mietwohnungen sowie zwei Häuser mit acht Mietwohnungen. Zwischen 50 und 100 Quadratmeter werden die Wohnungen groß sein. Im Gegensatz zu ursprünglichen Beratungen im Bauausschuss des Kempener Stadtrates ist zusätzlich keine gewerbliche Nutzung vorgesehen, so Kanders. Vielleicht höchstens mit einem kleineren Haus direkt gegenüber dem Stellwerk. Dort seien Wohnungen möglicherweise nur schwer zu vermieten, weil unmittelbar an der Bahn wohl niemand wohnen wolle, meint Kanders. Dennoch könne ein kleiner Bau gemeinsam mit dem Stellwerk eine Art Torsituation am Bahnübergang bilden. Das seien allerdings nur Vorüberlegungen, räumt der Investor ein. Manches werde sich noch während der Bauphase ergeben.

Das erste Haus mit 15 Wohnungen wird parallel zur St. Huberter Straße errichtet, die anderen werden im hinteren Teil gebaut. Gemeinsam mit dem Kempener Architekten Udo Thelen hat sich Bernd Kanders für eine Gestaltung entschieden, die sich an die Häuser in der Umgebung anpasst. So wird das Haus zur St. Huberter Straße wie das benachbarte Gebäude, das ebenfalls Kanders gehört, eine Ziegelfassade haben, allerdings mit einem etwas anderen Stein. Auch hier gibt es dann eine obere Etage, etwas zurück genommen und in weiß gehalten. "Ein klein wenig Detailverliebheit soll die Bauten ausmachen", meint der Bauherr. Kanders hofft auf zügigen Fortschritt und rechnet mit einer Bauzeit von ein bis zwei Jahren.

Die Mietpreise sollen sich in einem guten Mittel bewegen. "Ich gehe nicht bis an die Obergrenze", sagt Kanders. Ihm sei vielmehr daran gelegen, Mieter zu haben, die lange Jahre in ihren Wohnungen bleiben. Und das ließe sich nur mit moderaten Mietpreisen erreichen, hat er die Erfahrung gemacht. Von der Ausstattung her verfährt Kanders nach der selbst auferlegten Devise, keine Wohnungen zu bauen, in denen er nicht auch gerne selber wohnen würde. Allerdings müsse man aber bedenken, dass die gestiegenen Anforderungen, allein schon was Wärmedämmung oder Statik ausmacht, die Baukosten in die Höhe treiben.

Bleibt noch das Thema Lärmschutz. Immerhin ist die Bahntrasse mit dem Regionalexpress RE 10 gut befahren. Güterverkehr gibt es kaum noch auf der Strecke und ist bislang auch nicht vorgesehen. Bernd Kanders kann da alle Mietinteressenten beruhigen: Ein Lärmschutzgutachten belegt, dass keine große Belastung zu erwarten ist. Zumal die modernen Züge lange nicht mehr so laut sind, wie es die früheren Bahnfahrzeuge waren. Außerdem wird analog zum gegenüber liegenden Grünstreifen vor den Reihenhäusern auf der anderen Seite der Gleise ebenfalls ein Grünstreifen angelegt, der auch Parkmöglichkeiten bieten soll. Das wurde ausdrücklich mit der Stadtverwaltung so abgesprochen, sagt Kanders.

Die Zufahrt zum Gelände wird übrigens über eine neue Stichstraße von der St. Huberter Straße aus erfolgen. Die Einfahrt wird dort sein, wo man bisher auf den Parkplatz des bestehenden Neubaus fährt.

(sr)