Neu: Island-Buch mit Fotografien von Jürgen Wettke bei te Neues

Bildband: Die Landschaft als Kunst der Natur

Beim te Neues Verlag ist jetzt ein fantastisches Island-Buch mit Fotografien von Jürgen Wettke erschienen.

Island ist als Reiseziel gerade sehr gefragt. Das Land zwischen Feuer und Eis, mit Geysiren und heißen Quellen, bietet Natur pur, das große Staunen. Auch wenn das Buch „Iceland“, das der te Neues Verlag jetzt vorlegt, im Untertitel „Nature of the North“ heißt, ist das Buch von Jürgen Wettke absolut kein Reiseführer in die wilde Natur des Nordens. Seine Fotografien sind auch alles andere als Postkartenmotive. Wer den Buchdeckel mit der fotografierten Eisplatte und dem metallisch glänzenden blauen Titel „Iceland“ aufklappt, stößt in einen ganz besonderen Tripp für die Augen vor: Großartige Landschaftspanoramen, viel Wasser, karge Vegetation und jede Menge Steine zeigen die Vulkaninsel mit ihrer atemberaubenden Schönheit.

Für das Buch mit 250 Fotos muss man sich Zeit nehmen. So wie Jürgen Wettke, der mehrfach nach Island gereist ist und aus 3000 Motiven diese Auswahl destilliert hat. Er liebt die „altmodische“ Form eines aufwendigen Buches. Er bedauert die Schnelligkeit, mit der viele Zeitgenossen über die Fotos auf ihren Smartphones und Tablets wischen. Er hält das für einen Mangel an Wertschätzung – nicht ihm, sondern der Natur gegenüber. Jürgen Wettke geht es auch nicht um das schnelle Festhalten von Eindrücken, er stromert vielmehr lange durch die Landschaften, immer auf der Suche nach Strukturen und dem besonderen Blickwinkel. Und wenn er durch den Sucher seiner Mittelformatkameras schaut, überprüft er den Bildaufbau, insbesondere die Ecken und Ränder. Das hat ihn die harte Schule befreundeter Profifotografen gelehrt, mit denen er bis heute gemeinsam auf Reisen und Motivsuche geht.

Jürgen Wettke fotografiert zwar seit seiner Jugend – die erste Kamera erhielt er mit 13 –, aber er ist kein Fotograf von Hause aus. Jürgen Wettke, 1953 in Hagen geboren, ist beruflich einen ganz anderen Weg gegangen. Nach dem Wirtschaftsabitur studierte er Pharmazie, wurde mit 27 Jahren in Chemie promoviert, baute eine eigene Apotheke auf, um dann zu Bayer nach Leverkusen zu wechseln. Nach vielen Jahren im internationalen Marketing warb ihn McKinsey ab. Dort fing er als Berater an und blieb, stieg in der Hierarchie bis oben hinauf – in einer Firma, bei der man mit 60 in den Ruhestand geht. Er blieb aber weiter unruhig. Heute, mit 65, ist der Haaner freier Unternehmensberater im Gesundheitsbereich, und seit 2004 lehrt er Public Health und Gesundheitsökonomie an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, seit 2011 als Honorarprofessor.

Mit seiner Kamera reist Jürgen Wettke um die Welt. Foto: Jürgen Wettke
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Seine Fotografie ist keineswegs die Liebhaberei eines Ruheständlers. Mit dem gleichen Ehrgeiz wie beruflich geht er der Fotokunst nach. Neben die Analyse und Zahlenwerke im beruflichen Kontext trat immer schon die kreative Seite. „A one wing bird can not fly“ – diesen Spruch hat er schon früh verinnerlicht. Die Technik lerne man schnell, aber den besonderen Blick zu bekommen, sei schwieriger, eine Mischung aus Geschenk und viel Übung. Seine Fotografien sind Kunstwerke, sie decken Strukturen in den Landschaften auf. Sein erstes Buch 2013 zeigt das norddeutsche Wattenmeer aus der Luft, das zweite (2016) die vom Wind geformten Dünen der Wüsten in Namibia. Besonders in den Ausstellungen wirken die Fotoabzüge wie Kunstwerke. Und genau wie ein Gemälde ruft das Motiv Emotionen hervor. „Die Natur bietet so viel Kunst“, sagt Wettke beim Blättern durch den Fotoband. Bei te Neues auf der Frankfurter Buchmesse wird das Iceland-Buch in dieser Woche noch viele weitere Anhänger dieser besonderen Fotokunst finden. Jürgen Wettke ist dabei gedanklich schon wieder weg, sichtet seine Fotos aus Patagonien aus 2018 und bereitet sein Kenia-Projekt vor. Im November geht es nach Jordanien und Israel.

Iceland, Jürgen Wettke, 208 Seiten, 133 Farb- und 2 Schwarz-Weiß-Fotografien, 79,90 Euro, ISBN: 978-3-96171-028-7

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