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Süßwarenhersteller aus Kempen: "Nappo" senkt seine Energiekosten

Süßwarenhersteller aus Kempen : "Nappo" senkt seine Energiekosten

Der Hersteller der kultigen Schokoraute hat seine Effektivität deutlich erhöht. In Kempen wird auch Eiskonfekt produziert, der in den USA und Kanada ein Renner ist.

Nappo kennt eigentlich jeder. Nappo mag auch eigentlich jeder. Es handelt sich um die älteste Süßigkeit Deutschlands, seit 1925 knabbern Leckermäuler die Raute aus Schokolade und holländischem Nougat. Seit 2000 ist das Unternehmen an der Heinrich-Horten-Straße in Kempen ansässig. Hier sorgen inzwischen 75 Mitarbeiter dafür, dass Freunde gepflegter Süßigkeiten es sich auch künftig schmecken lassen können. Ganz wichtig für die Verantwortlichen: Die Firma Nappo, die am Standort Kempen auch Eiskonfekt herstellt, ist stets auf der Suche nach Möglichkeiten, effizienter zu produzieren und Energie zu sparen.

 Hier laufen die begehrten Rauten vom Band. Sie werden in viele europäische Länder exportiert.
Hier laufen die begehrten Rauten vom Band. Sie werden in viele europäische Länder exportiert. Foto: Kaiser Wolfgang

Das stieß auf Anerkennung: Im Jahr 2016 kam Nappo bei einem Effizienz-Wettbewerb der IHK auf den zweiten Platz. Die Geschäftsführung, hieß es damals bei der Preisverleihung, habe in neue Technik investiert, um die Süßigkeiten in höherer Stückzahl bei deutlich geringerem Energieaufwand herzustellen.

Auch für die Mitarbeiter brachte die neue Anlage erhebliche Vorteile. Vorher mussten sie zur Feinabstimmung des Mahl- und Mischvorgangs immer diverse Stellschrauben bedient werden, nun geschah dies alles per Knopfdruck am elektronischen Display. Mit intelligenter Regeltechnik und neuer Walzentechnologie arbeitet Nappo heute noch effizienter. Reststoffe können jetzt zum Beispiel als Komponenten für Tierfutter verwendet werden. Unterstützung bei der Planung und Umsetzung erhielt das Unternehmen von der Effizient-Agentur NRW. "Auf Basis der gewonnenen Analyseergebnisse erhielten wir einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Steigerung unserer Effizienz", sagte Nappo-Betriebsleiter Kurt Inderhees.

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Eine Fünffach-Walze gestaltet die Walz- und Mahlprozesse jetzt noch effektiver und verbessert darüber hinaus die Produktqualität durch den erhöhten Feinheitsgrad der gewonnenen Kakaomasse. Die Produktion steigerte sich im Vergleich zur Altanlage um 25 Prozent. Mithilfe der neuen Walzentechnologie erzielt der Betrieb bei der Herstellung von Eiskonfekt eine Einsparung an Prozessenergie von jährlich mehr als 600.000 Kilowattstunden Strom. Das bedeutet eine CO2-Verringerung von 353 Tonnen, umgerechnet sind das sechs Millionen Lkw-Kilometer.

Die Installation neuer Heizschlangen und Regeltechnik wie Wärmemengenzähler und Füllstandregler erlaubt heute eine deutlich effizientere Wärmeübertragung in Verbindung mit einer bedarfsbezogenen Temperaturregelung. "Die Investition hat sich für uns ausgezahlt. Wir sparen dadurch jährlich Erdgas in Höhe von rund 666.000 Kilowattstunden", sagt Inderhees.

Nappo spart durch die Neuerungen aber nicht nur an Energie, sondern kann inzwischen auch für Aussschuss und Restbestände nachhaltige Lösungen vorweisen. "Reststoffe, die bisher entsorgt werden mussten, werden heute von einer Spezialfirma abgeholt und als Grundstoff für die Tierfuttererzeugung genutzt", sagt Christopher Buers von der Effizienz-Agentur NRW.

Mit den Neuerungen wird Nappo sich auf dem internationalen Markt weiterhin behaupten, zuletzt wurde die Schokoraute in viele europäische Länder exportiert, das Eiskonfekt ist auch in USA und Kanada ein echter Renner.

In Ex-Fußballer Hans Sarpei hat Nappo übrigens einen prominenten Fürsprecher. Bei einem Firmenbesuch bei Nappo vor einigen Jahren outete er sich als Nappo-Kenner. "Noch härter als Magath", befand der Kicker seinerzeit bei einem Firmenbesuch an der Heinrich-Horten-Straße.

(RP)