Nacht der Kultur im Kempener Thomaeum

Kempener Gymnasium : Tolle „Nacht der Kultur“ im Thomaeum

Auf drei Bühnen und an Kunststationen wurde ein Querschnitt der kulturellen Arbeit des Kempener Gymnasiums geboten.

Es ist eine geballte Ladung Kultur, die da auf den Besucher einströmt. Und eine beeindruckende Präsentation junger Talente, die in ihrer Schule anscheinend ein Umfeld vorfinden, das ihre Begabungen wohlwollend wahrnimmt und fördert. Zum zweiten Mal hatte das Kempener Gymnasium Thomaeum zu einer „Nacht der Kultur“ eingeladen. Zum Ende des Schuljahres als „Abschluss der Arbeiten im musisch-künstlerischen Schwerpunkt des Gymnasiums“ konzipiert, wie der zuständige Koordinator David Nethen erklärt. Ein Fest, nicht zuletzt für die Schüler selbst, aber auch für Eltern, Großeltern und Geschwister, die in großer Zahl gekommen waren.

Mit dem Programmblatt in der Hand pendeln die Besucher unermüdlich zwischen drei Bühnen vor und im Gebäude, auf denen in dichter Taktung die verschiedenen musikalischen Beiträge präsentiert werden. Dabei sind schuleigene Ensembles, wie die insgesamt vier Chöre und das neu gegründete Projektorchester für „Eltern, Schüler, Kollegen und weitere Interessierte“, wie David Nethen berichtet. Ein weiteres wichtiges Aushängeschild der Schule ist die Musical AG, die gegen Ende des Abends Auszüge aus „Hairspray“ zeigt. Und dann gibt es noch viele kleine Ensemble- und Soloauftritte. Eine große Rolle spielt dabei die Kooperation der Schule mit der Kreismusikschule Viersen, die im Thomaeum einen Unterrichtsstandort unterhält.

Eine kaum zu fassende Vielfalt wird hier gezeigt: Trommel, Gitarre, Geige, Querflöte, Harfe, Gesang. In einem Schulraum werden zudem Kurzfilme der Schüler gezeigt. „Wir drehen gerade einen Imagefilm übers Thomaeum“, erzählt Simon Sure aus der Jahrgangsstufe 9. Dabei wurden auch Aufnahmen mit einer Drohne gemacht. In Kürze soll er fertig sein. „Wir müssen nur noch schneiden“, sagt er.

Aber auch die Bildende Kunst kommt nicht zu kurz. In der großen Eingangshalle, dem Pädagogischen Zentrum der Schule ist eine Ausstellung mit Werken von mehr als 50 Schülern an Stellwänden und auf Tischen aufgebaut. „Dabei sind herausragende Einzelleistungen, die in Gruppenarbeiten oder auch zu Hause entstanden sind“, erzählt der Kempener Künstler Jürgen Hemkemeyer, der diesen Fachbereich koordiniert. Es sind Ölgemälde wie das von Annika Schmitz (13). Es zeigt geöffnete Türflügel, die den Blick auf den Strand und das Meer freigeben. Zeichnungen, Collagen, Objekte sind von beeindruckender Qualität und geben Einblicke in die jugendliche Gedanken- und Gefühlswelt. Die Figuren von Michelle Hoffmann aus der neunten Jahrgangsstufe entstammen ihrer eigenen Fantasy-Welt und wurden in minutiöser Detailarbeit gefertigt. Sogar eine eigene Schrift hat sie erfunden und ein Gedicht verfasst.

Sehr persönliche Gedichte hat auch Alexandra Puchniu geschrieben. Es geht um Liebe und Selbstwerdung. Am Ende des mutigen Auftritts fließen die Tränen in den Armen der Freunde. Und draußen im Regen spielen einige Jungen im tiefer gelegenen, gemauerten Rundbereich unbeeindruckt und selbstvergessen mit einem Tennisball Fußball. Auch das ist Schulleben.

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