Gemeinde Grefrath: Nach 40 Jahren ist die gute Stube zum Sorgenkind geworden

Gemeinde Grefrath: Nach 40 Jahren ist die gute Stube zum Sorgenkind geworden

Am 22. Januar 1978 eröffnete der damaligen Bürgermeister Josef Leppers die Albert-Mooren-Halle in Oedt.

Keine Frage, die Burg Uda ist das Wahrzeichen von Oedt seit mehr als 700 Jahren. Doch danach kommt sicherlich schon die Albert-Mooren-Halle, die am 22. Januar vor 40 Jahren eröffnet wortden ist. "Die Hall", wie die Oedter "ihre" Albert-Mooren-Halle liebevoll nennen, hat sich in den vier Jahrzehnten zu einem Veranstaltungsmittelpunkt im Kreis Viersen entwickelt, denn sie liegt sehr zentral zwischen dem Ost-und Westkreis. Die Halle ist allerdings inzwischen für die finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde Grefrath - die kleinste Kommune im Kreis Viersen - zu einem Sorgenkind geworden. Der Grund: Der Zahn der Zeit nagt an dem Gebäudekomplex, zu dem auch die Gaststätte "Haus Niedertor" und eine so genannte Betriebsleiterwohnung gehören.

Auch wenn die glanzvollen Zeiten für die Veranstaltungsstätte derzeit vorüber zu sein scheinen, soll das 40-jährige Bestehen der Albert-Mooren-Halle gefeiert werden. Nach Mitteilung von Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz soll es zum runden Geburtstag am Samstag, 20. Januar, ab 18 Uhr und am Sonntag, 21. Januar, ab 11 Uhr im Mooren-Bau ein buntes Jubiläumsprogramm geben. Die gesamte Bürgerschaft ist dazu eingeladen.

Inzwischen gibt es für den sanierungsbedürftigen Gebäudekomplex einen Investitionsstau von einigen hunderttausend Euro. Bei den alljährlichen Etatberatungen der Politik der Niersgemeinde wird nach Lösungen gesucht, wie das notwendige Geld für die Hallensanierung aufzubringen ist. Indes: Gefunden wurde eine Lösung des Problems bislang noch nicht.

Die Albert-Mooren-Halle wurde nicht immer von der Gemeindeverwaltung Grefrath verwaltet, sondern viele Jahre von der Sportstättengestaltungs GmbH, die im Grefrather Eissport-&-Eventpark angesiedelt ist. Doch auch dort im Aufsichtsrat tat man sich relativ schwer mit der Verwaltung der Halle, die in den 40 Jahren auch von zahlreichen Pächterwechseln betroffen war. Im jetzigen Pächter Christian Karpenkiel hat die Gemeindeverwaltung einen Gastronomen gefunden, der bemüht ist, die Halle mit Leben zu erfüllen.

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Die Albert-Mooren-Halle wurde von dem Kempener Archiktekten Heinz Cobbers als Mehrzweckhalle mit Gaststätte geplant. Die Baugenehmigung für die Halle wurde im Oktober 1975 erteilt. Im gleichen Monat wurde mit dem Bau begonnen. Die Halle wurde auf dem Gelände des Saales "Haus Streit" und den ersten Oedter Tennisplätzen errichtet. Das "Haus Streit" lag an der Hochstraße und im hinteren Teil in der ersten Etage lag der schmucke und nostalgische "Saal Streit". In den Neubau der Albert-Mooren-Halle sind seinerzeit wohl einige Millionen D-Mark geflossen, genaue Zahlen sind nicht überliefert. Schon bei der kommunalen Neugliederung im Jahr 1970 herrschte in Grefrath und Oedt Einigkeit über den Bau der Halle. Es sind nach Angaben des ehemaligen Vorsitzenden des Oedter Heimatvereins, Heinz Panzer, in den Bau der Halle auch Gelder aus dem Verkauf des Oedter Krankenhaus an die Rheinische Gesellschaft für Innerer Mission Ende der 1960er-Jahre geflossen.

Zum Gebäudekomplex gehört der Saal mit großer Bühne und einem einladenden Balkon. Für die Künstler gibt es ausreichend Umkleidemöglichkeiten. Im Keller der Halle gibt es mehrere kleinere Veranstaltungsräume sowie Probenräume für Vereine, zwei Kegelbahnen und den Schießstand. Im Erdgeschoss gibt es vor dem Saal das große Foyer und die Gaststätte "Haus Niedertor" mit dem "Vitusstübchen".

Die Halle war Schauplatz von Parteiversammlungen, Theater- und Ballettaufführungen, von Kabarett und Konzerten oder wurde von Vereinen, von der Gemeinde Grefrath selbst, von Hundezüchtern, Karnevalisten oder größeren Hochzeitsgesellschaften genutzt. Eine vergleichbare Veranstaltungsstätte wie die Albert-Mooren-Halle gibt es in der Niersgemeinde und im Kreis Viersen nicht.

(mab)