Musical: Kinder singen mit Kempener Chorakademie im Forum von St. Hubert

Grusel-Musical : Musical: Kinder singen mit Kempener Chorakademie

Wie es um „Mitternacht auf Schloss Gruselstein“ zugeht, erfuhren rund 100 Besucher am Sonntagnachmittag im Forum von St. Hubert. Die Chorakademie Kempen hatte zwölf Jungen und Mädchen im Grundschulalter für die Aufführung des Kinder-Musicals gewinnen können.

Laut den Werbeflyern hatten die Proben hierfür erst nach den Osterferien, also vor rund zehn Wochen begonnen.

Was die jungen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Maike Hiller in diesem kurzen Zeitraum erarbeitet hatten, war schon erstaunlich. Und es lässt erahnen, dass dies für alle Beteiligten einen weit über den einmal wöchentlich im Gymnasium Thomaeum in Kempen stattfindenden Probenbesuch hinaus erforderlichen Einsatz nötig machte. Rund 50 Minuten sangen, sprachen und spielten die zwölf Kinder ein umfangreiches Repertoire. Leichte Hänger im Text, vor allem gegen Ende des Stücks, waren da angesichts der Länge verzeihlich.

Sehr fleißig und diszipliniert bewältigte die kleine Gruppe das Programm. Einzelne Darsteller zeigten dabei ein größeres schauspielerisches und musikalisches Talent. Zauberhaft und professionell waren die Kostüme gestaltet. Da gab es weißen Tüll, schwarze Federn, spitze Zauberhüte und gut geschminkte Gesichter. Die Bühne wurde mit stimmigen Accessoires ausgestattet. Die Kinder sangen mit viel Elan und Schwung einstimmig die Lieder des Musicals. Am Klavier begleitet wurden sie vom früheren Kempener Kantor Theo Dahmen.

Sechs junge Männer des Ensembles der Chorakademie gestalteten den klanglichen und rhythmischen Background zu den Liedern der Kinder. Sie wirkten manches Mal unsicher, die nicht ganz einfachen Passagen waren harmonisch nicht immer überzeugend. Vielleicht hatte man sich hier in kurzer Zeit ein wenig zu viel vorgenommen. Ein Eindruck, der sich im zweiten Teil des Nachmittags leider verstärkte.

Nachdem die Kinder ihren wohlverdienten, tosenden Applaus erhalten hatten, stellte sich das Ensemble der Chorakademie, nun verstärkt um drei junge Damen, mit „Legenden aus Radio und Film“ dem Publikum. Die anspruchsvolle Mehrstimmigkeit in Stücken wie Adiemus von Karl Jenkins (auch die Filmmusik von Avatar), berühmten Songs von Queen und John Lennon forderte und überforderte die jungen Sänger in der kleinen Besetzung, die höchste Sicherheit und Präsenz von jedem einzelnen fordert. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen.

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